Wieviel Brasilien steckt in dir?

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Diagnose hyperinflationärer Gefühlsinfarkt: Steckt zu viel Brasilien in Ihnen?; ©
Diagnose hyperinflationärer Gefühlsinfarkt: Steckt zu viel Brasilien in Ihnen?; © bark auf flickr.com, Lizenz: CC BY 2.0.

Brasilien ist aus deutscher Sicht in jüngster Vergangenheit mit positiven Erinnerungen verbunden aufgrund eines rundum gelungenen WM-Turniers im Jahre 2014.

Wie schon damals zeigt auch heutzutage die brasilianische Nationalmannschaft, was es eigentlich bedeutet, „brasilianisch“ zu sein. Jeder, der sich die bange Frage gestellt hat, wieviel Brasilien in einem steckt, kann sich nun selbst hinterfragen und eine fundierte Antwort bekommen.

Wie oft brechen Sie grundlos in Tränen aus?

Brasilianer: Nichtige Kleinigkeiten wie 1:7-Niederlagen oder Abwesenheit von brüllender Sonnenhitze können sie in emotionale Depressionen stürzen.
Brasilianer: Nichtige Kleinigkeiten wie 1:7-Niederlagen oder Abwesenheit von brüllender Sonnenhitze können sie in emotionale Depressionen stürzen.

Unerlässlich für den Brasilianer ist ein inflationäres Maß an Heulsusentum, der Fachmann spricht hier von einem „Hyperinflationärem Gefühlsinfarkt“. Der Brasilianer bricht aus nichtigem Anlass jederzeit in Heulkrämpfe und Tränenepilepsien aus. Sei es nun aufgrund einer 1:7-Niederlage gegen über Mentalbeton verfügende Deutsche, sei es weil die Ampel auf Rot umschaltet, bevor man die Kreuzung erreicht oder sei es, weil das pissgelbe T-Shirt durch eigene Schusseligkeit einen Fleck bekommt.

Haben Sie sich dabei ertappt, wie Sie in die Knie gegangen sind und hemmungsbefreit die Arme zum Himmel reckend losgeflennt haben, als im Supermarkt Ihr brasilianischer Pfirsich eine unansehnliche Druckstelle erlitten hat? Dann sind Sie akut gefährdet.

Die „Neymar-Pirouette“

Ein brasilianischer Fußballphilosoph namens Neymar hat neuerdings eine ganz neue Stilart des Heulsusentums erfunden. Bei der kleinsten Berührung durch Gegenspieler oder Grashalme bricht er in bester Tradition seines Landes schreiend zusammen, dreht sich in endlosen Pirouetten am Boden und hält sich offenbar neuralgisch sensible Körperstellen wie das Schienbein.
Neymar will damit auf die Sensibilität des Menschen aufmerksam machen, der als Opfer seiner evolutionär erzwungenen Interaktion mit einer genuin feindlichen Umwelt seelisch und körperlich Schaden nimmt, aber mit wirksamer Akupressur auf das Schienbein sich selbst heilen kann. Das sich um die eigene Achse drehen versinnbildlicht dabei die existentielle Orientierungslosigkeit des Homo sapiens.

Während englische Fußballphilosophen in einer Steigerung der Akupressur durch unsanfte Stollenbehandlung der Genitalien eine Lösung sehen, sollte jeder einmal selbst Neymar erleben. Wenn Sie also demnächst bemerken, wie eine Fliege auf Ihnen landet, so brechen sie blitzartig zusammen, halten sich die betroffene Körperstelle und rollen sich in Hochgeschwindigkeitspirouetten um die eigene Achse in ihrer Wohnung. Fortgeschrittene schreien dabei in Tonlagen, als würden sie vivisektioniert und wahre Meister aktivieren wie auf Knopfdruck eine wahre Tränenflut, die den Wohnzimmerteppich nässt und für eine praktische Befeuchtung des Raumklimas sorgt. Gerade die letztgenannte Meisterstufe ist nicht einfach zu erlangen, da es keinen ersichtlichen Grund für das Augennässen gibt. Das künstliche Zufügen von Schmerz durch einen vorher erfolgten Schlag auf den Daumen mit einem Hammer zählt nicht als erlaubte Hilfsmaßnahme!

Die zeitliche Unhöflichkeit der Pöbel-Brasilianer

Das willkürliche Ausdehnen des Urlaubs ist ebenfalls eine typisch brasilianische Charaktereigenschaft: Kicker – Caiuby.

Unbekanntes physikalisches Konzept für Brasilianer: Zeit.
Unbekanntes physikalisches Konzept für Brasilianer: Zeit.

Zugrunde liegt hier bedingt durch den zivilisatorischen Rückschritt eine Unkenntnis des Faktors Zeit im Universum. Während man in Brasilien flexible Zeitangaben verwendet wie „Wir treffen uns, wenn dir der Kakadu in den Caipirinha kackt sobald die Sonne* ungelb wird“, so ist der Brasilianer mit der modernen Physik und mit Aussagen wie „Du musst am 01. Juli 2018 um 16.00 Uhr zum Training erscheinen“ hoffnungslos überfordert.
Wenn es heißt „Pünktlichkeit ist die Höflichkeit der Könige“, so muss man zwangsläufig davon ausgehen, dass der Brasilianer zum Pöbeltum neigt – womit nicht nur die Zugehörigkeit zum (minderbemittelten) Volk gehört, sondern sich auch das ständige Lamentieren auf dem Fußballplatz erklärt.

Trauen Sie sich und probieren Sie es selbst aus!
Wenn sich Ihr Arbeitgeber wundert, warum Sie 2 Tage nach Urlaubsende immer noch nicht am Arbeitsplatz sind und selbst die bloße Erreichbarkeit (Brasilianer kennen keine Handys, sondern nur Buschtrommeln) zum Problem wird, dann sorgen Sie sich nicht. Ganz gewiss wird er für ihre hippe brasilianische Art Verständnis haben und Ihnen nach Ihrer selbstgewählten Rückkehr zu Ihrer lockeren Lebensart gratulieren – und Ihnen dann Ihr Kündigungsschreiben (mit einer brasilienfarbenen Schleife) überreichen.

Wenn du etwas nicht verstehst, dann brenne es nieder!

Eine weitere brasilianische Eigenart hat uns Breno, einstiger Abwehrspieler des FC Bayern* München offenbart: Wenn irgendetwas nicht stimmt, dann zünde dein Haus an!

Völlig normale Folgen eines brasilianischen Ehestreits und Ursache vieler spontaner Brandrodungen.
Völlig normale Folgen eines brasilianischen Ehestreits und Ursache vieler spontaner Brandrodungen.

Auch hier begegnen wir einem klassischen Missverständnis: Im brasilianischen Regenwald ist es üblich, aus vielen unterschiedlichen Gründen eine Brandrodung durchzuführen. Die Ehefrau schimpft dich aus? Fackel einen Hektar Dschungel ab! Der Arbeitgeber will nach 3 Monaten, dass du wieder arbeitest (und hat dich tatsächlich im Dschungel gefunden!)? Gieß deinen Heizölvorrat aus, den du in dem grauenhaft hitzeversifften Land eh nicht benötigst, und brenne das nächste Regenwaldtal nieder!

Deutschland ist brasiliengefährdet!

Wir sehen also: Der Brasilianer ist eine skurrile Mischung aus Weichei, Pöbler und Brandstifter.
Wie man in letzter Zeit häufig feststellt, kommt es immer häufiger zu unerklärlichen Heulszenen wie aus einer brasilianischen Seifenoper, wenn Fußballspieler, Politiker und Musiker auf Pressekonferenzen zum Fremdschämen peinliche „Outings“ aufführen, die niemanden interessieren und nurmehr peinlich berühren.
Während deutsche Kinder einst abends mit gebrochenem Bein nach Hause kamen und der Vater fragte, was los gewesen sei und die schulterzuckende Antwort erhielt „Ich habe mich mit Max heute morgen geprügelt“, stürzen sie heute heulend nach Hause und schluchzen „Max fand mein Hello Kitty-Shirt nicht rosa genug“.

Der Grillwahn der Deutschen und ihr Heizungsfetischismus seit einigen Jahren ist ebenfalls auffällig und findet seine Erklärung in Brandrodungs-Brasilianismen und dem damit zusammenhängendem Sommerfetischismus (Sofetentum).
Während die letztgenannten Aspekte bereits Eingang in die Psychotherapie gefunden haben, scheinen sie dennoch Teil eines weit größeren Symptomkomplexes zu sein, den man unter einem übergeordneten Begriff „Brasilianismus“ führen sollte.
Paradoxerweise scheint der lange Aufenthalt in Brasilien im WM-Jahr 2014 zu bitteren Folgen geführt zu haben: Deutschland ist bei der WM 2018 mit Brasilianismen in der Vorrunde desaströs gescheitert.

Sehen Sie sich also vor!

Erinnerung: Durch brasilianische Eigenschaften sind wir ganz gewiss nicht Weltmeister geworden!; © <a target="_blank" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Bastian_Schweinsteiger_celebrates_at_the_2014_FIFA_World_Cup.jpg">Marcello Casal Jr/Agência Brasil</a>, Lizenz: <a target="_blank" href="https://creativecommons.org/licenses/by/3.0/br/deed.en">CC BY 3.0</a>.
Erinnerung: Durch brasilianische Eigenschaften sind wir ganz gewiss nicht Weltmeister geworden!; © Marcello Casal Jr/Agência Brasil, Lizenz: CC BY 3.0.

Sollten Sie nicht mehr wissen, was „Fritz-Walter-Wetter*“ ist und in durch den Klimawandel brüllendheiß gewordenen deutschen Sommern frösteln, sollten Ihnen die als typisch deutsch bezeichnete Höflichkeit der Könige unbequem geworden sein und heulen Sie mehr als Ihre Ehefrau, dann haben Sie sich möglicherweise mit Brasilianismus angesteckt.

Verzichten Sie dann sofort auf Curacao und Caipirinha-Konsum, auf Kokosnüsse, Bananen und Kaffee sowie Schokolade. Erste therapeutische Gegenmaßnahmen bestehen im Umdekorieren des Wohnzimmers von einem sommerfetischistischen Kokosmatten-Alptraum in die puritanische Ästhetik eines nordkoreanischen Straflagers. Meiden Sie alle grünen und goldgelben Farben und überdecken Sie die brasilianischen Flaggen mit der Reichskriegsflagge, um die richtige Einstellung zurückzugewinnen (Vorsicht: Es kann zu unerwarteten SEK-Besuchen kommen, wenn die linkspolitischen Nachbarn ihre neue Dekoration missverstehen).
Scheuen Sie sich nicht, die Neymar-Pirouette nach Belieben anzuwenden, um innere Klarheit zu erhalten. Viel Glück!