Warum man die Holländer nicht verstehen kann

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Haben Sie auch Probleme, Holländisch zu verstehen? Dann muss das wohl an den Holländern liegen!
Haben Sie auch Probleme, Holländisch zu verstehen? Dann muss das wohl an den Holländern liegen!

Es gibt Sprachen, deren melodische Schönheit selbst bei einem Nichtverstehen des kommunikativen Inhalts die Seele in Verzückung geraten lässt.
Es gibt auch Sprachen, deren grammatikalische Komplexität als tiefenphilosophischisches Instrument dient und zu Einsichten über das Sein führt, sobald man die Sprache versteht und spricht.
Und dann gibt es das Holländische, das sprachmelodisch oft mit einer sehr hartnäckigen Halskrankheit verwechselt wird.

Fallbeispiele holländischer Sprachverwirrung

Man sollte jedoch eine Sprache nicht nur nach seiner oberflächlichen Sprachschönheit (oder der Abwesenheit selbiger) beurteilen und ein Volk, das diese Sprache spricht, schon gar nicht!

Allerdings ist die holländische (niederländische) Sprache für manch fremdländischen deutschen Gast ein Hort mannigfaltiger Verwirrung.
Denn welches Volk verabschiedet seine Durchreisenden schon mit „Tot sein!“ (Tot ziens) an jeder Stadtausfahrt?

Tot sein! © <a target="_blank" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:StAnth_TotZiens.JPG">Erik1980 auf nl.wikipedia.org</a>, Lizenz: <a target="_blank" href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.en">CC BY-SA 3.0</a>.
Tot sein! © Erik1980 auf nl.wikipedia.org, Lizenz: CC BY-SA 3.0.

Dabei sind die Holländer eigentlich ein prima Völkchen. Locker im Umgang, konservativ und konsequent im Denken wo es nötig ist, kreativ schon aus traditionellen Gründen. Wer sich in Zeiten des 16. Jahrhunderts, wo Massenverfolgung und öffentliche Hinrichtung ein Volkssport war, vom erzkatholischen Spanien lossagt und einem Herzog von Alba widersteht, der schafft das nicht, indem er in vorgefertigten Käsebahnen denkt!

Fundstück eines Undercoveragenten von Schädelsäge: In Milchkartons abgefülltes Affensperma, offenbar zum Trinken gedacht?
Fundstück eines Undercoveragenten von Schädelsäge: In Milchkartons abgefülltes Affensperma, offenbar zum Trinken gedacht?

Dennoch begegnen uns weitere seltsame Funde bei unseren Oranjenachbarn. Kulinarisch ist der Besuch in Holland etwa gleichbedeutend mit einer Reise an den Amazonas und der Entdeckung vorzivilisatorischer Stämme, die skurrile Dinge essen.
Dazu gehört bei den Holländern offenbar auch Sperma*, das von Affen gewonnen und irgendwie mit metallischen Nieten versetzt wird (siehe Bild links).

Ansonsten sind Spezialitäten wie „Frikandel*“ (sprechen Sie das „n“ mit aus, auch wenn es in der Kehle steckenbleibt) und „Bamischijf*“ einfache Fastfoodspeisen, aber sehr köstlich. Wohlschmeckend. Appetitlich. UND NICHT „LECKER“!
Das sprachvergewaltigende „Lecker“ wurde letztens zum Unwort des Jahres gewählt. Das muss nicht wundern, denn es stammt schließlich aus Holland. Schon beim Lesen des Wortes erstehen wie Zombies aus Gräbern in einem zeitlupenbasierten Horrorfilm* Zähne und Lippen in Zeitlupe, die in speichelsprühenden Kaskaden vormals appetitliche Nahrung zu durchfallähnlichen Konsistenzen zermahlen.
Dass mit dem schlimmsten Unwort der Menschheit dann auch Personen bezeichnet werden („lecker Mädchen“) macht das ästhetische Grauen nicht besser. Wie man einen sozial verbindenden und eigentlich positiv konnotierten Zugang zum Vorgang der Nahrungsaufnahme rein auf eine spezifische Zungentätigkeit des „Lecken“ reduzieren und pervertieren kann, das können wohl nur Holländer beantworten. Vielleicht möchte man die Antwort gar nicht wissen, die sich angstvoll wimmernd in den hintersten Ecken dunkler Vorahnungen versteckt.

Verwirrend: "Rocken ist dödelig?"
Verwirrend: „Rocken ist dödelig?“

Doch womöglich ist diese spezielle Form unter den mannigfaltigen sprachlichen Fehltritten der Holländer nur eine Folge ihrer Lockerheit. Zunächst trifft man allerdings auf einen Stolperstein in dieser Lockerheit-Theorie: Trotz der Lockerheit und Coolness, welche den Holländern nachgesagt wird findet sich überall der Spruch „Rocken ist dödelig“ (roken is dodelijk), also etwa „Zu rocken ist luschig!“.
Warum sich dieses konservative Motto ausgerechnet auf Zigarettenschachteln findet ist nach wie vor eines der größten Rätsel, das Deutschen viele schlaflose Nächte bereitet.

Die erwähnte Lockerheit Hollands ist hingegen in anderer Hinsicht mehr als offensichtlich. Auf den Autobahnen finden sich immer wieder LKWs mit Hurentransporten, an denen die Holländer offenbar einen großen Bedarf haben.

Zeichen des Sittenverfalls? Holländischer Hurentransport.
Zeichen des Sittenverfalls? Holländischer Hurentransport.

Seltsamerweise findet man solcherlei sittliche Verrohung eigentlich überall in dem flachmatratzigen Land unserer Nachbarn, so auch bei Anbietern von Ferienwohnungen. Auch dieses Rätsel muss zunächst ungelüftet bleiben und verschließt sich dem deutschen Besucher. Denn bei Nachfragen verstanden wir bei den Antworten lediglich dauernd „die Hure“ (te huur) und wurden ganz nervös. Aber wir wollten jetzt auch nicht nachfragen, wann und wo und wieviel. Äh. Vergessen wir das.

Holland und der Fußball – keine glückliche Liaison

Wissen Sie eigentlich, warum holländische Kinder die Zahlen 14, 54, 74 und 90 nicht lernen? Weil das die Jahreszahlen sind, an denen Deutschland Weltmeister wurde.
Womit wir beim Fußball* wären. Grundsätzlich ist Holland eine stolze Fußballnation und war einst vorbildlich bei der Jugendausbildung (trotz besagter Zahlenschwäche). Es gibt jedoch so einige Punkte, die traurig stimmen – natürlich nur die Holländer. So gelang es ihnen nie trotz eines Weltstars wie Cruyff (sprich: Kroif, NICHT: Kru-üff) Weltmeister zu werden. Dies führte zu manchen Missverständnissen bei den Shirtproduzenten, die statt „Niederlande“ ein geringfügig anderes Wort auf die Shirts druckten, spätestens nach dem dritten verlorenen Finale 2010 gegen Spanien.

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Arjen Robben mit einem eher ungewöhnlichen Spielgerät, das in Holland aber weit verbreitet ist.
Arjen Robben mit einem eher ungewöhnlichen Spielgerät, das in Holland aber weit verbreitet ist.

Die Gründe für den Misserfolg sind nur schwer zu eruieren. Möglicherweise hängt es mit dem völlig unflexiblen Festhalten am 4-3-3-System seit holländischen Kolonialzeiten im 17. Jahrhundert zusammen, als Flotten in dieser Keilform auf See anzutreffen waren. Oder es hängt an den Details. Wenn Holländer national weniger mit Käselaiben* trainieren würden und mehr mit echten Fußbällen, dann würde die Authentizität eines echten internationalen Fußballspiels besser simuliert, weil man dort nämlich auf moderne Spielgeräte zurückgreift.

Immerhin haben die Niederlande die richtigen Schlüsse aus den Niederlagen gezogen und treten zur WM 2018 erst gar nicht an. Wo man nicht antritt, kann man auch nicht verlieren und das ist ja schon mal ein Fortschritt, um die Textildesigner von dem „Niederlage“-Schriftzug zu entwöhnen.

Die Fans des Vizekusens aller Nationalmannschaften sind darüber aber nicht so glücklich, wie man meinen könnte:

Hintergrund: Warum halten die Holländer an ihrer Sprache fest?

Bleibt die grundsätzliche Frage, warum man Holländer nicht verstehen kann. Wie kommt es zu den offensichtlich kommunikativen Irrungen im Labyrinth dieser skurrilen Sprache?

Bekanntlich hat einst bei den Unabhängigkeitskämpfen der Niederlande Spanien den grausamen Herzog von Alba entsandt, der unter den protestantischen Holländern Massaker anrichtete. Stammt also das Holländische aus einer bewussten Gegensätzlichkeit zum coolen, harten Spanisch und ist deshalb durchsetzt mit unpassenden Verniedlichungen (Diminutivformen) und einem damit einhergehenden, nur schwer zu ertragenden Luschigkeitsfaktor?

Der Postillon hat eine andere Theorie: Die holländische Sprache existiert nur, um die Deutschen zu verwirren: Niederländer geben endlich zu, dass ihre Sprache nur ein ausgefeilter Witz ist, um Deutsche zu veralbern.

Vielleicht ist es aber auch nur ein Beharren der Niederländer auf Andersartigkeit und Einmaligkeit. Und dieser Umstand würde uns dann doch ob der mitschwingenden Charakterfestigkeit Respekt abnötigen. So viel Respekt wie gegenüber einem Dreijährigen, der im Sandkasten erste brabbelnde Gehversuche der Kommunikation unternimmt und angesichts des Ausbleibens eines Erfolgs bei den Eltern einen Tobsuchtsanfall bekommt.
Wie bei dem hypothetischen Kind gilt jedoch auch für die Niederländer: Aller Anfang ist schwer und möglicherweise entwickelt sich der Dreijährige zu einem Genie und die holländischen Krächzlaute nach Jahren der linguistischen Evolution am Ende auch zu einer echten Sprache. Irgendwann.

Tot sein!




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