Sommerbeginn: Opfer des Klimawandels können in künstliches Koma versetzt werden

0
103
Der neue Boom: Immer mehr Kliniken bieten hitzepanischen Opfern des
Der neue Boom: Immer mehr Kliniken bieten hitzepanischen Opfern des "Klimawandels" eine Übersommerung in Form der Kryokonservierung an. © daskurhausbadgleichenberg auf flickr.com, Lizenz: CC BY-SA 2.0.
Unerkannt unter uns: Der Homo sofensis (Sommerfetischistischer Mensch) applaudiert der Hitze und der Klimakatastrophe, die seine eigene Biosphäre zerstört.
Unerkannt unter uns: Der Homo sofensis (Sommerfetischistischer Mensch) applaudiert der Hitze und der Klimakatastrophe, die seine eigene Biosphäre zerstört.

21. Juni. Der (astronomische) Sommerbeginn. Für Angehörige der evolutionären Sackgassenspezies Homo sofensis (der sommerfetischistische Halbmensch) ist es der schönste Tag des Jahres – auch wenn der Sommer in der klimatischen Treibhausgaskatastrophe unserer Zeit bereits seit Anfang April wütet. Endlich können diese bemitleidenswerten Sklaven von Hitze, UV-Licht, Hautkrebs und Verdummungssonnen“baden“ ihren oberflächlichen Nichtigkeiten nachgehen. Die Anzeichen mehren sich, dass es sich um eine bisher unerkannte Nebenlinie der Primaten handelt.

Der intelligente Normalmensch der altbekannten Gattung Homo sapiens jedoch leidet als Wesen der Eiszeit. Er leidet unter der monatelangen Einschränkung der Lebensqualität durch die Folgen der Hitze, der man nicht wie der Kälte im Winter einfach entkommen kann. Das Denken fällt schwer, wenn der Kreislauf rund um die Uhr beschäftigt ist, den völlig überhitzten Körper zu kühlen. Tätigkeiten wie schriftstellerische Kreativität, Doktorarbeit schreiben oder weiße Flecken auf der eigenen Bildungslandkarte durch Lernen tilgen, die dem Homo sofensis völlig unbekannt sind, werden de facto verunmöglicht, von körperlichen Tätigkeiten ganz zu schweigen.

Berichte von fehlgeschlagenen Kryokonservierungen haben sich bisher nicht bestätigt. Allerdings wären selbst diese Fehlschläge immer noch besser als einen Sommer im Zeitalter des Anthropozäns zu durchleben.
Berichte von fehlgeschlagenen Kryokonservierungen haben sich bisher nicht bestätigt. Allerdings wären selbst diese Fehlschläge immer noch besser als einen Sommer im Zeitalter des Anthropozäns zu durchleben.

In Zeiten immer weiter ausufernder Treibhausgashitze hat die moderne Medizin dieses Dilemma für die intelligente Minderheit der deutschen Gesellschaft erkannt und bietet in ausgewählten Kliniken an, für die Dauer des Sommers in ein künstliches Koma versetzt zu werden, damit man die schlimmste aller Jahreszeiten komplett verschläft.
Die Kryokonservierung deckt dabei gleich zwei Vorteile ab: Zum Einen ermöglicht sie das Verschlafen des Sommers und zum Zweiten schont sie die menschlichen Zellen, die im Grunde eine mehrmonatige Auszeit erhalten und der Patient somit nicht altert.

In der als „Ofenhessen“ bekannt gewordenen Region Rhein-Main wird das Angebot besonders gerne angenommen. Umfragen zufolge würden 62% der Südhessen eine solche „Übersommerung“ sofort annehmen, wenn es zeitlich und finanziell umsetzbar wäre.

Stefan Klein, erster Proband der Kryoklinik in Rüsselsheim, ließ sich vor dem Sommer von 2016 bereits Anfang Mai zur ersten Hitzewelle des Jahres komatös einfrieren und ist heute noch begeistert: „Ich hatte bereits seit Januar Ängste vor dem Sommer, der sowieso 2 Monate früher beginnt. Die Ärzte waren freundlich, der Vorgang selbst so einfach wie Einschlafen. Als man mich dann erst Anfang Oktober wieder aufweckte, weil der Sommer sich bis Ende September 2016 hinzog, konnte ich kaum glauben, dass ich die abertausenden Stunden aus Hitzequal, Schwületerror, Kreislaufproblemen, Schwindel und hunderten Liter Transpiration einfach verschlafen hatte.“
Stefan Klein lacht, schüttelt den Kopf. „Das müssen Sie sich einmal vorstellen. Keine einzige Hitzestunde! All dieses Grauen vom Erwachen an einem Sommertag mit drückender Hitze, Verlust allen Lebenssinns, der ganze tägliche Kampf – erledigt. Ich habe sogar von wunderbaren Eispalästen geträumt.“

Es verwundert nicht, dass Stefan Klein nicht der einzige ist, der sich begeistert zeigt. In Zeiten eines als „Klimawandel“ verharmlosten Hitzeholocausts der Menschheit ist anzunehmen, dass es zu einem Boom kommt. Nahezu jede Klinik arbeitet hektisch an der Einrichtung von Kryozentren, um dem Bedarf auch nur halbwegs gerecht zu werden.

Arzt: Empfiehlt den kryokomatösen Zustand als gesundheitsfördernd!
Arzt: Empfiehlt den kryokomatösen Zustand als gesundheitsfördernd!

Die Krankenkassen ließen über ihre Sprecher ausrichten, es handle sich um eine reine Individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) und die immensen Kosten in Höhe eines hohen fünfstelligen Betrages seien daher selbst von den Patienten zu tragen.

Die Bundesärztekammer hingegen verwies in einer Stellungnahme auf Studien, nach denen die Lebenserwartung durch das Kryokoma erhöht werde, die Leistungsfähigkeit durch ein Auslassen der Hitzejahreszeit gesteigert werde und somit im Interesse der Arbeitgeber liege sowie entscheidende Gesundheitswerte in beinahe allen Bereichen dauerhaft verbessert sind. Eine zumindest teilweise Übernahme der Kosten sei daher nicht nur im Interesse der Patienten, sondern der Gesamtgesellschaft und auch der nun geforderten Politik.

Sollten auch Sie verständlicherweise nach dem heißesten April und Mai seit Messungsbeginn 1881 (und damit wohl auch seit mehreren tausend Jahren), einem abstrus heißen Juni und kurz vor sich momentan abzeichnender Dauerhitze, die pyroklastischen Strömen gleichkommt, sich kryokomatisieren lassen wollen, dann beeilen Sie sich mit der Reservierung, denn die Wartelisten sind lang und der Zugang zu ihnen ist exklusiv: Nur Bewohner von Hitzeregionen wie Ofenhessen und anderen hitzegeplagten Landesteilen haben momentan Zugang zum Kryokoma einer Übersommerung, während beispielsweise ostfriesische Küstenbewohner grundsätzlich abgelehnt werden oder sich am Ende der Listen wiederfinden.




Hat Ihnen der Artikel gefallen? Als Einzelkämpfer bin ich für jede Unterstützung dankbar, damit auch weiterhin dieses Internetprojekt aufrechterhalten wird. Danke!