Rat an Griezmann: Der FC Bayern ist ein anderes Niveau

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Zu viel an Kulturschock in Bayern für Griezmann - der Wechsel scheitert! © DSanchez17 auf commons.wikimedia.org, Lizenz: CC BY 2.0

Seit Wochen halten sich die Gerüchte, dass Antoine Griezmann von Atletico Madrid zum FC Bayern* wechseln könnte – als Nachfolger des Dauerverletzten Franck Ribéry. Jetzt hat Ribéry selbst sich in die Debatte eingemischt und seinem französischen Landsmann Griezmann mitgeteilt, dass der FC Bayern noch mal ein ganz anderes Niveau als Atletico Madrid sei.

Der irritierte Griezmann erkundigte sich daraufhin diskret, was damit gemeint sein könnte. Man legte ihm nahe, dass eine Anmeldung in der Arroganzschule empfehlenswert sein.
In Bayern lege man Wert auf „Mia sa mia“ – eine positive Auslegung, die eigentlich umgekehrt aussagte, dass alle anderen von nichtbayrischem Blut oder Mentalität unterlegen sind (besonders die Preußen!).

Vorsicht Antoine Griezmann! Der Bajuware trinkt Bier nicht nur, er badet darin! © <a href="https://www.flickr.com/photos/hotel_zugspitze/5050746621/" target="_blank" rel="noopener">Hotel Zugspitze auf www.flickr.com</a>, Lizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-nd/2.0/" target="_blank" rel="noopener">CC BY-ND 2.0</a> (keine Veränderung!)
Vorsicht Antoine Griezmann! Der Bajuware trinkt Bier nicht nur, er badet darin! © Hotel Zugspitze auf www.flickr.com, Lizenz: CC BY-ND 2.0 (keine Veränderung!)

Nicht wie Gott in Frankreich – bayrische Ernährung

Zudem sei es unerlässlich, dass er die Hände vom Rotwein lässt, denn im Bajuwarenland trinke man ausschließlich literweise Bier (oder begießt sich damit). An einem Verstoß gegen diesen Bajuwarenknigge waren bereits Teetrinker Felix Magath und das rotweintrinkende „Feierbiest“ Louis van Gaal gescheitert.

Die Ernährung ist ebenso gewöhnungsbedürftig. „Brezn“ sind da noch das Gesündeste, kommen aber bereits in der Kinder- und Seniorenvariante mit stolzen 2 kg daher. Ansonsten kennt der Bajuware nur Fleisch. Weißwürste (bei deren fachgerechter Beseitigung der nicht essbaren Wurstpelle man kritisch beäugt wird und bei unvermeidlichem Faux pas alsbald mit Bier zur Strafe überschüttet wird, siehe oben), Haxen (Schweinefüße aus Knorpeln, die jeder normale Mensch verschmäht) und weiteren Tierleichen in mannigfaltigen Gedärmevariationen.

Die bayrische Sprache bleibt für alle Wahlbayern ein unlösbares Problem, da sie sich lediglich darüber zu definieren scheint, dass sie sämtliche Versuche boykottiert, in grammatische Regeln gepresst zu werden. In der Regel genügt es jedoch, möglichst eine deutliche Aussprache zu vermeiden und sich in den Zustand eines Volltrunkenen zu versetzen, dem man soeben bei einer Kneipenschlägerei alle Zähne ausgeschlagen habe. Das „wir sind wir“ (das keinen Sinn ergibt) wird so zu „Mia san mia“ (ergibt ebenfalls keinen Sinn, höchstens für Kindergartenneulinge, die sich an einfachen Sprachspielen erfreuen).

Verabschieden müsse sich Griezmann auch von der romantischen Vorstellung, dass eine Fußballmannschaft wie 11 Freunde sei. Beim FC Bayern* herrsche so großer Konkurrenzdruck, dass jeder jedem ein Feind ist und der Trainer willkürlich ein- und auswechselt, um die Gladiatorenzerfleischung voranzutreiben – das nennt man „Rotieren“, weil die Hassgefühle bei den Leidtragenden Achterbahn fahren.

Kreuzbandriss-Tanz und CSU-Pflicht

Obligatorisch ist, dass jeder Spieler des FC Bayern* automatisch und ungefragt Mitglied der CSU wird, auch wenn er kein Wahlrecht besitzt. Dieser Vertragsbestandteil stammt noch aus einer gewissen Zeit vor dem 2. Weltkrieg, sodass man auch beim FC Bayern* von der „Seehofer-Jugend“ (früher: „Stoiber-Jugend“ mit Pflicht zum Stotterkurs) spricht, wenn auch nur unter vorgehaltener Hand.

Schuhplattler mit klassischer "Hundsfott-Wischer"-Tanzgestik, © <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Schuhplattler_270220.jpg" target="_blank" rel="noopener">Harald Bischoff auf commons.wikimedia.org</a>, Lizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.en" target="_blank" rel="noopener">CC BY-SA 3.0</a>
Schuhplattler mit klassischer „Hundsfott-Wischer“-Tanzgestik, © Harald Bischoff auf commons.wikimedia.org, Lizenz: CC BY-SA 3.0

Jenseits des Fußballs* wird erwartet, dass man in Lederhosen erscheint. Es handelt sich hier um eine Art traditionelle Windel für Erwachsene, da Bayern erst relativ spät lernten, sauber zu werden, erklärt der Kulturhistoriker Prof. Dr. Preußmann in Berlin.
Zudem breche der gebürtige Bayer oftmals spontan zum Erschrecken ausländischer Gäste in einen skurrilen „Schuhplattler“ genannten Tanz aus, bei dem er sich mit der Hand Hundekot von den Schuhen klopft sowie die Schenkel wundklopft – eine alte Tradition, um bei oft grassierenden Minustemperaturen im Alpenland warm* zu bleiben.
Ganz wichtig: Nicht aus Höflichkeit nachahmen und sich zur Teilnahme provozieren lassen! Nahezu jeder Ungeübte erleidet hier Verletzungen von Hautekzem über Nesselröte bis hin zu komplizierten, doppelten Kreuzbandrissen. Dies ist nicht die Crux, sondern die anschließende Genesung, bei der bajuwarische Krankenschwestern besonders nahrhafte Speisen auftischen (siehe oben), an denen Nichtbayern qualvoll durch eine hypergaloppierende Fettleber versterben.

Alles in allem also in der Tat ein ganz anderes Niveau an psychischen Neurosen und physischen Belastungen, an denen viele Spieler und Trainer bereits zerbrachen. Antoine Griezmann sollte in der Tat aufpassen, dass sein schicker Dandy-Schnurrbart nicht bald von Fettfleisch und Bierschaum trieft und er seine subtile französische Seele nicht in eine aussichtslose Herausforderung stürzt, die einem Kampf eines gallischen Hahns mit einem Schwerlast-LKW um die Vorherrschaft über die Landstraße ähnelt.

Offensichtlich hat Antoine Griezmann angesichts der Informationen aber bereits selbst gewiss nicht panische Konsequenzen gezogen und scheint den Vertrag mit Atletico Madrid verlängern zu wollen. Man soll ihn die ganze Nacht vor dem Vereinsgebäude zitternd kniend gesehen haben. Die neue, festgeschriebene Ausstiegsklausel (im Vertragswerk „clausula baiuvaris“ genannt) soll sich auf astronomische 140 Millionen Euro belaufen – um ganz sicher zu gehen.

Alles Gute, Antoine Griezmann!




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