Podolskis Weltreise: Er will doch nur Spaß!

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Unglücklicher Spaßmacher: Podolski.
Unglücklicher Spaßmacher: Podolski.

Lukas Podolski wechselt in die Türkei nach Galatasaray Istanbul. Wie schon auf allen anderen Stationen „war es eine Bauch- und Herzensentscheidung. Es hat alles gepasst.“ Mediziner schlossen daraus auf Durchfall und Herzrhytmusstörungen, doch der Gesundheitscheck ergab keine Auffälligkeiten außer einer Verspannung der Gesichtsmuskeln, die für das menschliche Lächeln zuständig sind.

Podolski ganz konsequent: Er verfolgt damit weiterhin seinen Aktivurlaubsplan: Zunächst zog es ihn einst von seiner Heimatstadt Köln zum FC Bayern*, wo er das Fußballspielen leider verlernte. Ein Trost: Das passiert vielen!
Für einen verwirrten kurzen Moment wechselte er dann zurück nach Köln, um zu überpüfen, ob die Anwesenheit in Bayern bleibende Schäden nach sich zog. Das tat sie: Er stieg mit dem 1. FC Köln* erfolgreich ab.

Daraufhin reifte der große Plan des Lukas Podolski. Bezahlter Aktivurlaub! Er konnte zwar keinen Fußball* mehr spielen aufgrund des bajuwarischen Dissoziationstraumas, aber zum einen bemerkte das Bundestrainer Joachim Löw nie und zum zweiten hatte er seine Nebenbeschäftigung als Mannschaftskasper in der Kabine zur Hauptbeschäftigung gemacht – um einer alten Kölner Karnevalstradition nachzugehen und um die Stimmung in der Mannschaft zu heben. Dies kam auch den Vereinen entgegen, sparten sie sich auf diese Weise die Kosten einer professionellen Komikertruppe.
Manche Menschen tragen andauernd eine karnevalistische Narrenkappe und sind dennoch so lustig wie ein hämorrhoidengeplagter Finanzbeamter, Lukas Podolski hingegen trägt die Narrenkappe im Herzen!

Podolskis spezielle Beraterin half bei den äußerst schwierigen Verhandlungen mit Arsene Wenger, © <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Boot_Fetish_2005.jpg" target="_blank" rel="noopener">Toglenn (Fotograf: Glenn Francis) auf commons.wikimedia.org</a>, Lizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.en" target="_blank" rel="noopener">CC BY-SA 3.0 (ENG)</a>
Podolskis spezielle Beraterin half bei den äußerst schwierigen Verhandlungen mit Arsene Wenger, © Toglenn (Fotograf: Glenn Francis) auf commons.wikimedia.org, Lizenz: CC BY-SA 3.0 (ENG)

Kurzentschlossen ging es nach England zum FC Arsenal. Auch wenn ihm das Land gefiel: Er bekam dort Probleme, denn die Engländer verstanden seine deutschen Witze ebensowenig wie einst Felix Magath in München, wo Podolski aus Verzweiflung Grinsegesichter auf die Medizinbälle gemalt hatte. Außerdem wurde es ihm im Land der Briten zu kalt*, denn ohne Kuscheldecke auf der harten Ersatzbank im Londoner Nieselregen zu sitzen, war keine Situation, die sich mit seiner Vorstellung vom bezahlten Aktivurlaub deckte.

Also bekniete er Trainer Arsene Wenger sprichwörtlich, ihn entweder nach Madrid oder München zu entsenden, Hauptsache Italien! Wenger glaubte erst an einen mißverstandenen deutschen Scherz, daher dauerte es eine Weile, bis der Transfer vonstatten ging.
Das sonnige Mailand. Lukas lernte wieder das Lächeln, wenn auch nicht das Fußballspielen. Wie bei jedem Transfer jubelten ihm die Fans zu und hofften auf Tore. Lukas hoffte auf seine Berufung als kölnische Knalltüte. Das konnte nicht gutgehen und es ging auch nicht gut: Lukas mußte feststellen, dass die Italiener ohne Tore und mit deutschem Standfußball keinen Spaß verstanden.

So sah sich der Fußball*-Reisende Lukas Podolski plötzlich ins spassfreie England zurückversetzt, denn er war lediglich ausgeliehen worden. Spötter erzählten sich einen Witz, ein Engländer mit französischem Pass habe einem Italiener eine deutsche Geldvernichtungsmaschine vermietet, um sie zu Griechen zu machen. Es hatte nicht funktioniert. Die Italiener waren unglücklich, die Engländer waren unglücklich, weil sie den deutschen Humor des Lukas Podolski immer noch nicht verstanden und unser Lukas war auch unglücklich, denn er saß wieder auf der bekannten harten Bank im Londoner Regen.

Die Kölner sind immer noch völlig vernarrt in Podolski!, © <a href="https://www.flickr.com/photos/30478819@N08/6779526790/" target="_blank" rel="noopener">Marco Verch auf www.flickr.com</a>, Lizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/" target="_blank" rel="noopener">CC BY 2.0</a>
Die Kölner sind immer noch völlig vernarrt in Podolski!, © Marco Verch auf www.flickr.com, Lizenz: CC BY 2.0

Doch Rettung nahte!
Die Türken wollten ihn. Erneut bekniete Lukas Arsene Wenger. Und es wurden ausgedehnte Sitzungen, in denen Lukas Podolski seine intimen Kenntnisse über devote Positionen auf eine neue Stufe stellte, denn er wollte nicht ausgeliehen werden, sondern verkauft werden wie eine Fußballhu… ein Fußballheld.
Auch wenn wir nicht wissen wollen, welche Szenen sich im Büro Wengers abspielten: Es funktionierte. Lukas strahlte und konnte wieder (einmal) lächeln. Soeben wurde er von jubelnden Fans in der Türkei, unseren Freunden, empfangen.

Die Wetten stehen übrigens nur 2:1, dass als nächstes Abu Dhabi auf der Reiseliste des späßelnden Lukas Podolski steht … Wir wünschen ihm viel Spaß im Land des Döners und sind sicher, die deutscherprobten Türken werden Lukas‘ Humor verstehen und mit ihm statt über ihn lachen, denn das hat er nicht verdient. Und wenn alles schief geht? Dann geht er zurück in die Heimat, nach Kölle, wo sie ihn als Fußball*-Heiligen verehren und sogar seine Späße verstehen! Alaaf.




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