Peter Neururer will Horst Heldts Managerjob auf Schalke

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Hat KFZ-Schlosser Peter Neururer eine Chance im Assessment Center-Verfahren um den Managerposten beim FC Schalke 04?; © Florian K. (Fotograf)/Túrelio (User) auf commons.wikimedia.org, Lizenz: CC BY-SA 3.0

Peter Neururer, derzeit nach seinem Rausschmiss in Bochum mal wieder der bekannteste arbeitslose Trainer, hat sich ungefragt auf den Managerposten von Schalke 04 beworben, den Horst Heldt innehat. Neururer habe nach eigenen Aussagen Clemens Tönnies ungefragte Tipps zum Umgang mit der Mannschaft gegeben und habe dessen Mittelfinger als erfreute und überraschte Reaktion und de facto als Jobzusage interpretiert.

Die peinliche und ethisch mehr als nur fragwürdige Aktion passt eindeutig zum Ethos des FC Schalke* 04 in den vergangenen Jahren und scheint daher wohl authentisch zu sein. Eigennutz geht vor Teamwork, öffentliche Diffamierung ist wertvoller als interne Vertrauensbeweise.
Allerdings hat Neururers Aktion zu einer Massenbewerbung von ebenfalls fachfremden Dritten geführt. Mittlerweile haben sich 200 Leute, darunter der dritte Platzwart von Borussia Dortmund* als Bewerber auf Horst Heldts nach wie vor gesicherten Managerjob gemeldet. Einige werden gewiss als „überqualifiziert“ abgelehnt, vor allem jene mit Hauptschulabschluss – ist Horst Heldt schließlich ein ehemaliger Kfz-Schlosser und Fußballspieler. Der Verein selbst wird bekanntlich von einem Metzgerfachmann geführt und muss daher verstärkt auf bislang vernachlässigte Bildung und Qualität achten. Peter Neururer hält sich dabei mit diversen Stammtischzoten und auswendig gelernten Witzen auf „Bauer sucht Frau“-Niveau für einen Intellektuellen des Fußballs* und mag dabei sogar recht haben.

Dennoch will man auf Schalke es dieses Mal richtig machen und plant daher ein umfangreiches Assessment Center, um die geeigneten Kandidaten zu eruieren. Dieser beinhaltet viele auf der Spieltheorie basierende Tests. Diese bekannte Theorie soll besonders „rationale Entscheidungskompetenz in sozialen Stresssituationen“ sichtbar machen. Sie meinen, das klingt wie für den FC Schalke* 04 gemacht? Clemens Tönnies hat genau aus diesem Grunde endlich einmal eine Entscheidung getroffen, die nicht anmutet, als habe er sie aus den Eingeweiden diverser Schlachttiere eruiert.

Knifflig: Eine Bewerberin auf den Schalke 04-Managerposten versucht im Assessment Center bei einem der Tests, spielerisch "ein Licht auf Schalke" anzuzünden, © <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Wrap_rage#/media/File:Wrap_Rage_Example.jpg" target="_blank" rel="noopener">tktktk auf wikimedia.commons.org</a>, Lizenz: <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/" target="_blank" rel="noopener">CC BY-SA 3.0</a>
Knifflig: Eine Bewerberin auf den Schalke 04-Managerposten versucht im Assessment Center bei einem der Tests, spielerisch „ein Licht auf Schalke“ anzuzünden, © tktktk auf wikimedia.commons.org, Lizenz: CC BY-SA 3.0

In diesem Assessment Center-Bewerbungsverfahren werden zunächst Rollenspiele mit komplexen Würfeln benutzt, nach dessen Zufallsregeln die Kandidaten verdiente Spieler und Mitarbeiter feuern und suspendieren müssen.
Ganz besonders stolz ist man auf das Brettspiel „Schalkpopoly“: Ziel ist nicht wie im ähnlichen „Monopoly“, möglichst viel Gelder und Straßen zu sammeln, sondern unmögliche Summen von Fleischwarenfabrikanten zu ergattern, um sie möglichst sinnlos in viel zu viele Fehleinkäufe zu investieren. Gewonnen hat, wer den Status „Für Magath attraktivster Verein“ erhält.

Der Besuch einer kreativen Schauspielschule ist ebenfalls Bestandteil des siebentägigen Tests, um die Selbstlüge und Heuchelqualität möglichst im Idealfall zu einer Kunstform zu erheben. Dazu gehört es auch, trotz umfassender Fehlentscheidungen an seinem Posten zu kleben, aufwallende Gewissensbisse und ethische Verantwortung brutal zur Seite zu schieben und diese mit dem sinnlosen und in sich unlogischen Satz zu ersetzen „Ich habe Mist gebaut, aber ich drücke mich nicht vor der Verantwortung“.

Wer bis zum letzten Tag durchgehalten hat, nimmt abschließend an BDSM-Praktiken teil, bei denen Sätze wie „Ich bekenne mich zum BvB*“ eingeübt werden, während der in blauweißes Leder gekleidete und mit knallgelbem BvB*-Gagball geknebelte Kandidat (sanft) ausgepeitscht wird, damit der Schmerz als körperliche Beleidigung erboster Ultrafans assoziiert und spürbar gemacht wird.

Vielleicht wird jedoch auf der aktuellen Mitgliederversammlung des FC Schalke* 04 auch klar, dass Horst Heldt eine zw.. dritte Chance bekommt. Das Gekröse eines Schweins soll es geweissagt haben, munkelt man in Tönnies-Kreisen.




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