Mehr Fouls: Frauenfußball soll attraktiver werden

0
43
Initiativen bemühen sich, den Frauenfußball von einer Häkelvariante mit Ballbezug zu einem echten Sport zu entwickeln. Die Lösung lautet: Mehr Fouls!

Seit Jahrzehnten kämpft der Frauenfußball um Anerkennung – leider erfolglos.
Aus diesem Grund hatten verschiedene Verbände eine Studie beauftragt, um herauszufinden, was der Grund für diese fehlende Anerkennung und mangelnde Attraktivität sei. Die Ergebnisse sind ernüchternd. Neben der Zeitlupengeschwindigkeit, in der das Spiel aufgrund weiblicher Eigenheiten (Miteinander plaudern beim Spielen, Frisierpausen, von Natur aus bedingt weniger Muskeln und Kraft) abläuft, dass selbst die Weltmeister (Herren) von 1954 dagegen wie unter Drogen stehende Wahnsinnige wirken, fehlen auch die Fouls, über die sich das Publikum so herrlich aufzuregen vermag und die einen nicht unbeträchtlichen Teil der Spielattraktivität darstellen.

Bisher ähnelten Fouls im Frauenfußball mehr Tätigkeiten körperlicher Zuneigung in deutschen Betten als spürbaren Beeinträchtigungen körperlicher Unversehrtheit. Daher wurden Frauen nun angehalten, härter zur Sache zu gehen, um die Zuschauer zufrieden zu stellen.
Erste Erfolge waren bereits bei einem Pilotprojekt im Zusammenhang mit der genannten Studie im Jahr 2009 zu verzeichnen, wie das folgende Video beweist:

Nach solchen mädchenhaften Schubsereien zeigen sich bei der aktuellen Frauen-WM erfreuliche Fortschritte. Der erste Kieferbruch der Frauenfußball-Geschichte!
Dennoch waren die Zuschauer ein wenig enttäuscht, als die Gefoulte nicht ausrastete, sondern lediglich heulend vom Platz schlich. Eine spontane Umfrage des Instituts Ähmnix führte die Enttäuschung der Zuschauer auf die fehlende Reaktion zurück. 27% bekundeten, das Opfer hätte wenigstens effektvoll in eine Werbetonne treten können und 22% hätten eine Rudelbildung mit Fausthieben erwartet.

Zukünftig sollen Vorbilder aus dem Männerfußball in dieser Hinsicht für eine Erweiterung des weiblichen Fußballhorizontes sorgen. Nigel de Jong, berühmt geworden durch seinen Kungfu-Tritt gegen Xabi Alonso im WM-Finale der Herren anno 2010, konnte bereits als Berater gewonnen werden. Geradezu rührend mutet die Bereitschaft an, dass Zinedine Zidane und Italo-Brutalo Materazzi sich bereit erklärten, dem Frauenfußball zu zeigen, wie man Aggressivität auf dem Platz unterhaltungswirksam lebt.

Hier lernt eine Fußballerin die traditionelle Technik "über die Klinge springen lassen". Bravo!, © <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Foul_(sports)#/media/File:Football_trip.jpg" target="_blank" rel="noopener">Jos Dielis auf flickr.com</a>, Lizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/" target="_blank" rel="noopener">CC BY 2.0</a>
Hier lernt eine Fußballerin die traditionelle Technik „über die Klinge springen lassen“. Bravo!, © Jos Dielis auf flickr.com, Lizenz: CC BY 2.0

Die Jugendarbeit im Frauenfußball macht in dieser Hinsicht bedeutende Fortschritte. Zwar wirken die Fausthiebe bei Rudelbildungen immer noch aufgrund der grazilen 45-Grad-Knickhaltung der Handgelenke, als würden die jungen Damen versuchen, Lametta zu werfen geschweige denn einen schmerzhaften Hieb auszuteilen, aber immerhin verzeichnet man bereits ein höheres Maß an publikumswirksamer Aggressivität. Leider sind jedoch immer noch die Freunde der fußballspielenden Damen neben dem Platz deutlich erfolgreicher in der Anwendung von physisch überzeugenden Argumenten, wenn der Freund der Gefoulten sich auf den Freund der Foulenden Spielerin wirft und versucht, jenem den Kopf abzuschrauben.

Wünschen wir also dem Frauenfußball alles Gute und dass er bald mit dieser Hilfe die Würdigung erfährt, die er auch verdient!




Hat Ihnen der Artikel gefallen? Als Einzelkämpfer bin ich für jede Unterstützung dankbar, damit auch weiterhin dieses Internetprojekt aufrechterhalten wird. Danke!