Klimawandel hat es immer schon gegeben!

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Warum sich aufregen? Klimawandel hat es doch schon immer gegeben ...
Warum sich aufregen? Klimawandel hat es doch schon immer gegeben ...

Kaum ein Satz fasst die umfängliche Dämlichkeit der Spezies Homo sapiens besser zusammen als „Klimawandel hat es schon immer gegeben!“.
Wo jeder normale Mensch mit einer Basisschulbildung weiß, dass bereits natürliche Klimawandelereignisse nahezu immer gleichzeitig zu Massensterbeereignissen auf der Erde geführt haben, wirken bei sogenannten „Klimaskeptikern“ Minder-IQ-Schutzfelder mit mehreren Kilometern granitentsprechender Stärke.
Eine menschenverursachte Klimaapokalypse, deren Anfänge wir derzeit sehen, hat ihren Grund in der zeitrafferartigen Emission von gespeicherten Treibhausgasen aus Milliarden Wäldern aus Millionen Jahren, die in Form von Öl und Gas innerhalb statt von zehn-, hunderttausenden oder gar Millionen Jahren in nur 200 Jahren erfolgen und führt zu lawinengleichen Konsequenzen, die am Ende zur Vernichtung unserer Spezies führen werden.

Diese schonungslose wissenschaftliche Wahrheit wird im Gehirn von Klimaskeptikern umgedeutet. Eigentlich ist so eine dämlichkeitsbasierte Verzerrung der Wirklichkeit schon wieder bewundernswert und hat auch ihre Vorteile: Man begegnet lebensbedrohenden Gefahren mit einer Art verblödungsaffinen, pseudophilosophischen Gelassenheit.

Führen wir uns einmal einige Lebenssituationen aus der Lebenswirklichkeit eines Klimaskeptikers vor Augen, um die Denkweise dieser unbewussten Verräter an ihrer eigenen Spezies besser zu verstehen.

Psychopathen hat es schon immer gegeben!

Psychopathenopfer mit völlig überflüssiger Hysterie: Morde und Psychopathen hat es doch schon immer gegeben!
Psychopathenopfer mit völlig überflüssiger Hysterie: Psychopathen hat es doch schon immer gegeben!

Mit irrem Kichern und vor Vorfreude brennenden Augen sortiert ein Mann im pinkfarbenen Latexkostüm seine Instrumente: Rostige Handsäge, schartige Fleischermesser, rostfleckige Meißel und ein abgebrochenes Skalpell.

Das Opfer ist auf einem Stuhl festgebunden und mit einem Gagball geknebelt. Panisch aufgerissene Augen und unverständliche, da gedämpfte Schreie zeugen von einer gewissen Demotivation bei der bevorstehenden, stundenlangen Vivisektion.

Der Latexmann lächelt verständnisvoll und winkt dann in Richtung seines Opfers ab. „Keine Sorge, das dauert nicht so lange wie der Klimawandel“.
Das Opfer erstarrt, die Miene verzieht sich irritiert trotz der Todesangst.

Psychopath, aber Klimaskeptiker und damit weise: Morde hat es schon immer gegeben. Na dann ist ja gut!
Psychopath, aber Klimaskeptiker und damit weise: Morde hat es schon immer gegeben. Na dann ist ja gut!

„Ich bin Klimaskeptiker“, erklärt der Latexmann weiter. Dann widmet er sich wieder seinen Spielzeugen. Die pinkfarbene Gummihand schwebt unentschlossen über den Instrumenten, dann wählt er die verrostete Handsäge und kommt mit der Säge in der Hand auf sein Opfer zu.
Dieses fängt wieder an, dumpf zu schreien.

Irritiert hält der Latexmann inne und breitet entwaffnend die Arme aus.
„Wieso regen Sie sich auf? Psychopathen und Morde hat es schon immer gegeben!“
Wieder hält das Opfer in seiner Hysterie inne. Verstehen gleitet über die Gesichtsmimik, die sich entspannt, nun, da es vollständig begreift. Endlich ist alles wieder gut und Psychopath und Opfer werden zu einem harmonischen Team im Licht dieser wahrlich zeitlosen Erkenntnis.

Krebs hat es schon immer gegeben!

Ein Klimaskeptiker kommt zur Besprechung der Routineuntersuchung von letzter Woche in die Arztpraxis. Der Mediziner teilt ihm, dass er leider an einem unheilbaren Krebstumor leidet, den man entdeckt habe.

Endlich dem Krebs jede Angst genommen mit dem klimaskeptischen Erkenntnisschock: Krebs hat es schon immer gegeben, sogar im alten Ägypten! Jetzt kann man mit der Todesdiagnose endlich glücklich leben.
Endlich dem Krebs jede Angst genommen mit dem klimaskeptischen Erkenntnisschock: Krebs hat es schon immer gegeben, sogar im alten Ägypten! Jetzt kann man mit der Todesdiagnose endlich glücklich leben.

Der Klimaskeptikerpatient bricht zusammen und fängt an zu weinen. Der Arzt wundert sich, lächelt seinen Patienten breit an und zeigt ihm auf seinem Computer das Bild einer ägyptischen Mumie. „Keine Sorge mein Lieber, sehen Sie hier? Selbst in Ägypten gab es schon Krebs. Krebs“, so erklärt er augenzwinkernd, „hat es schon immer gegeben.“

Die sprichwörtliche Sofetensonne geht auf dem Gesicht des Klimaskeptikers auf, als er begreift. Überschwänglich die Hand seines Arztes schüttelnd, verlässt er befreit und erleichtert die Praxis.

Meeresspiegelanstiege hat es schon immer gegeben!

Ein sofetischer (was ist das?) Klimaskeptiker genießt die Freuden einer Kreuzfahrt, die an der sterbenden Arktis und verhungernden Eisbären vorbei bis in die Karibik führt.
Die durch den „Klimawandel“ zunehmenden atmosphärischen Wärmeenergien führen zu bisher ungekannten Stürmen und gigantischen Wellen, die das Kreuzfahrtschiff tragischerweise verschlingen.

Im Glück klimaskeptischer Erkenntnisse ertrunken: Meeresspiegelanstiege hat es schon immer gegeben!
Im Glück klimaskeptischer Erkenntnisse ertrunken: Meeresspiegelanstiege hat es schon immer gegeben!

Als einziger Überlebender rettet sich der Klimaskeptiker auf eine einsame Insel. Dank Fischen und Kokosnüssen kann er sich Jahr für Jahr am Leben erhalten, auch wenn er bemerkt, dass die Insel immer kleiner wird, da der Meeresspiegel zu steigen scheint.
Panisch misst er jeden Monat den Wasserstand und wieviele Quadratmeter ihm noch zum Überleben bleiben. Dann, als er die Hoffnung beinahe aufgegeben hat, taucht nach 15 Jahren  ein Greenpeaceschiff am Horizont auf, reagiert auf sein Rufen und Winken und kommt auf Sichtweite heran.
Endlich Rettung! „Holt mich hier runter, bevor die Insel versinkt“, schreit er den Umweltrettern zu.

Ein Mann mit Megaphon an der Reling antwortet ihm: „Das ist nur der Klimawandel!“, sagt die sonore, zuversichtliche Stimme. „Meeresspiegelanstiege hat es schon immer gegeben“. Mit diesen Worten fährt es langsam wieder davon.

Der Schiffbrüchige aber erstarrt, dann begreift er. Natürlich! Der Meeresspiegelanstieg ist ja eine Folge des Klimawandels und den hat es ja immer gegeben. Begeistert und mit den Knöcheln bereits unter Wasser winkt er dem Greenpeaceschiff dankbar nach, deren Besatzung an der Reling angetreten ist und fröhlich zurückwinkt.

Terrorismus hat es schon immer gegeben!

Es ist ein besonderer Flug an jenem 11. September 2001. Denn plötzlich geben sich islamische Terroristen zu erkennen, kapern die Maschine, ermorden den Piloten und fliegen zu ihrem Ziel, um der Welt die Friedenssehnsucht islamischer Religion zu verdeutlichen.

11. September 2001: Die Klimaskeptiker unter den Opfern sind immerhin glücklich gestorben, denn Terrorismus hat es schon immer gegeben!; © <a target="_blank" href="https://www.flickr.com/photos/nostri-imago/4428688046">Cliff auf flickr.com</a>, Lizenz: <a target="_blank" href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/">CC BY 2.0</a>.
11. September 2001: Die Klimaskeptiker unter den Opfern sind immerhin glücklich gestorben, denn Terrorismus hat es schon immer gegeben!; © Cliff auf flickr.com, Lizenz: CC BY 2.0.

Die Passagiere schreien hysterisch, viele weinen. Ein Mann kauert sich schutzsuchend auf dem Boden an seinem Sitz zusammen und tippt eine letzte Nachricht an seine Familie, bevor er sterben muss.
Sein Nachbar aber sitzt entspannt lächelnd neben ihm in seinem Sitz und betrachtet seine Fingernägel.
„Wie können Sie so ruhig sein?? Wir sterben!!!“, brüllt der Mann seinen völlig unberührten Nachbarn an.
Dieser blickt ihn entspannt an. „Keine Panik, ich bin Klimaskeptiker und verfüge über einen erweiterten Horizont. Wissen Sie: Terroranschläge hat es schon immer gegeben. Kein Grund, sich aufzuregen!“.

Der Mann stutzt, dann schaltet er sein Handy aus und setzt sich wieder entspannt in seinen Sitz während das Flugzeug auf das World Trade Center zurast. Er schüttelt ironisch lächelnd den Kopf über sich selbst. Wie konnte er nur so dumm sein! Terroranschläge hat es immer gegeben. Natürlich!

Meteoriteneinschläge hat es schon immer gegeben!

Nicht weit entfernt in unserer Zukunft: Man hat tatsächlich eine Methode zur Zeitreise entdeckt!
Allerdings überfordert die selbst für Kinder einfache Steuerung einen Klimaskeptiker, der versehentlich in der Kreidezeit zu einem ganz bestimmten Zeitpunkt vor 66 Mio. Jahren landet und zwar direkt vor einem infernalisch brüllenden Tyrannosaurus, der den Deckel der Zeitmaschine wegfetzt.

Fast so klug wie ein Klimaskeptiker: Tyrannosaurus belächelt den Chixculub.
Fast so klug wie ein Klimaskeptiker: Tyrannosaurus belächelt den Chicxulub.

Gerade, als der Tyrannosaurus seinen Spaß mit dem Klimaskeptiker haben möchte, erfüllt ein Donnergrollen die Luft und ein gleißender Feuerball rast über den Himmel wie ein zorniger Gott.

Der Klimaskeptiker und der Tyrannosaurus halten beide inne und betrachten das Spektakel des Chicxulub, der gleich die Dinosaurier auf Erden auslöschen wird.
Der Klimaskeptiker weiß trotz seiner Nichtbildung, von welchem epischen Massensterbeereignis er soeben Zeuge wird und gerät in Panik.

Der Tyrannosaurus aber beugt sich nieder, legt eines seiner dünnen Ärmchen beruhigend auf die Schultern des Klimaskeptikers und grollt leise etwas, das in Dinosauriersprache in etwa heißt: „Keine Sorge, Meteoriteneinschläge hat es schon immer gegeben!“
Dann bebt die Erde beim Einschlag und eine 600 Grad heiße kombinierte Druckwelle und Feuerwand verwandelt kurz darauf beide in Asche.

Ja, Klimawandel hat es schon immer gegeben!

Ja Klimawandel hat es immer gegeben. Massensterben auch. Und die Dummheit? Die hat es nicht immer gegeben, sondern die entstand erst mit dem Menschen und mit den Klimaskeptikern als ihrem vorläufigen Verblödungshöhepunkt.

Klimaskeptiker 2050 beim Genießen der jüngsten sommerlichen Schönwetterfront im mittlerweile etwas eskalierenden Klima"wandel". © <a target="_blank" href="https://www.flickr.com/photos/mikewise/491620332">Mike auf flickr.com</a>, Lizenz: <a target="_blank" href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/">CC BY 2.0</a>.
Klimaskeptiker 2050 beim Genießen der jüngsten sommerlichen Schönwetterfront im mittlerweile etwas eskalierenden Klima*“wandel“. © Mike auf flickr.com, Lizenz: CC BY 2.0.

Zusammen mit linguistischen Euphemisierungsidiotien, durch die eine globale Apokalypse in einem geologischen Ultrazeitraffer menschlichen Klimaskeptikern wie eine Zeitlupe und damit als natürlicher „Klimawandel“ vorkommen muss – auch wenn eigentlich völlig klar sein sollte, dass Klimaskeptiker keine Steine oder Kontinente mit einem anderen Zeitverständnis sind und die aktuellen Folgen in unserem Zeitfenster gar nicht auftreten dürften, es sei denn, es handelt sich um eine todsichere Apokalypse.

Wenn der „Klimawandel“, der somit tatsächlich ein globale klimatische Zeitrafferapokalypse ist, sein Gesicht mit jedem Jahr deutlicher zeigen wird, werde ich nach dem Zusammenbruch der bald instabilen Gesellschaften jeden Klimaskeptiker auf meiner Liste suchen und ihn in die glühende Sonne* auf den Boden anpflocken mit einem Glas Wasser in Sichtweite, aber außer Reichweite und sagen: „Wieso flehend Sie um Gnade? Das ist nur der Klimawandel. Klimawandel hat es schon immer gegeben. Genießen Sie Ihre Schönwetterfront.“ Und dann gehe ich. Lächelnd.




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