Italien klüger als Deutschland: Hochs bekommen Namen aus der Hölle

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Artikelbild: Charon, der Fährmann auf dem Todesfluss erwartet seine Schützlinge.

Es mag nun manchem arg das patriotische Gemüt schmerzen, doch ein Kommentar von Dirk Schümer in „Die Welt“ offenbart, dass klimatologisch gesehen der Italiener dem Deutschen meilenweit überlegen ist.

Deutschlands Namensvergabe für Hochs so inspirierend wie ein Altherrenabend

Es ist bekanntlich üblich, dass man den Tiefs und auch den Hochs, die uns die Hitzehölle auf Erden bringen, Namen gibt.
Es hat sich in Deutschland eingebürgert, dass man den Hochs seit 1998 in geraden Jahren männliche Vornamen gibt, in ungeraden Jahren weibliche. Die Geschlechtergerechtigkeit hat also auch beim Hitzemord in der Klimakatastrophe Einzug gehalten.

Und hat uns das Sommerklima nicht bereits das Hirn verflüssigt, wenn wir das aktuelle Hochdruckgebiet zärtlich „Annelie“ nennen? Was ist da passiert?
Dirk Schümer, Die Welt

Unglücklicherweise fällt die Wahl der Namen als Folge so aus, dass einem Hoch aus der Saharahölle dann Namen wie „Suse“ (05.05.2015) und „Finchen“ (in Kürze) gegeben werden. Das erinnert dann doch mehr an sommerfetischistische Verharmlosung von Klimaextremen, die zu hunderten oder schlimmstenfalls tausenden von Hitzetoten führen. Oder, wenn man dies außen vor lässt, so wie alle Sofeten die Opfer verhöhnen und missachten, dann konterkariert man den verzweifelten Genderversuch Hochs sowohl weibliche wie auch männliche Namen zu geben im besten Fall mit der Peinlichkeit, dass die weiblichen Hochs rein namentlich an dümmliche Hausfrauen aus den 50er Jahren erinnern.

Italiens Hochdruckgebiete haben die passenden Monsternamen

Italien gilt gemeinhin als Sommerfetischistenland. Allerdings greift das zu kurz, denn solchen Hitzewahn wie in Deutschland findet man nicht einmal im Glutofen Italien. Im Gegenteil: Der Italiener weiß sehr wohl um die tödliche Hitze und meidet die Sonne* und die Hitze im Gegensatz zum deutschen Sofeten.
Dies schlägt sich in der Namensgebung wieder: Es werden nur die Hochs, die einen Hitzehorror bringen, mit Namen belegt. Und nicht mit irgendwelchen Namen oder gar wohlklingenden italienischen Vornamen, die an epische Opern erinnern. Nein, man verwendet klassische Bezeichnungen von Bösewichten.

In Italien konzentriert sich der meteorologische Ehrgeiz dagegen aufs Wesentliche. Da kriegen nur diejenigen Hochs, die das Land auf sommerliche Ofentemperatur aufheizen und das öffentliche Leben lahmlegen. Die wissenschaftliche Bezeichnung „Anticiclone africano“, also afrikanischer Antizyklon, klingt an sich schon eher nach einem Horrorfilm als nach der Wettervorhersage.
Dirk Schümer, „Die Welt“

So finden wir dort neben Nero, dem Kinderschlächter (welch perfekter Name, denn nur Gott weiß, wie viele Kinder in Deutschland durch Sofeten umkommen, die sich weigern ihre Kinder, die ins kühle Haus wollen, gewähren zu lassen und ihre Sprößlinge statt dessen mit den Worten „Du bleibst hier draußen, es ist schönes Wetter*“ nach draußen zwingen und damit beweisen, dass die Intelligenz ihres Nachwuchses bereits das der Sofeteneltern überstiegen hat – was zweifellos kein Kunststück ist) auch „Charonte“, die italienische Entsprechung für „Charon“, den Todesfährmann über dem Jenseitsfluss Styx. Eine der schlimmsten Hitzewellen der letzten Jahre wurde passenderweise mit diesem treffenden Namen belegt.

Warum gibt es den deutschen Sofeten?

Sucht man nach den Gründen für diese Paarung aus Intelligenz und Poesie der italienischen Namensgenese, so wird man schnell fündig: Jeder Italiener weiß um die Gefahr und den Terror von Hitze-Hochs. Nur unreflektierten deutschen Sofeten gelingt es, jedes Maß an Intelligenz auszuschalten und sich stundenlang bei Temperaturen knapp unterhalb der Grenze, an der Eiweiße denaturieren, in die Sonne* zu knallen. Dass selbst Südländer darüber den Kopf schütteln ist kein Geheimnis.

Es war einmal der Mensch ... © <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:WhiteDesertSkullCropped.png" target="_blank" rel="noopener">Roland Unger auf wikimedia.commons.org</a>, Lizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.en" target="_blank" rel="noopener">CC BY-SA 3.0</a>
Es war einmal der Mensch … © Roland Unger auf wikimedia.commons.org, Lizenz: CC BY-SA 3.0

Warum nur der Deutsche intelligenzabstinente Sofeten entwickelt hat, bleibt jedoch ein Geheimnis. Möglicherweise erwuchs der Sofet aus der Asche des Großen Krieges, als die Sucht nach Frieden, Kitsch und Sonne* gleichbedeutend war mit der Abkehr von Tod und Grauen des Weltkrieges. Vielleicht gab er sein in der Hitze reduziertes Gehirn an seine Nachkommen weiter, die heute intellektuell nicht in der Lage sind, zu begreifen, dass die Hitze der große Feind der Menschheit ist und dieser Feind größer geworden ist als jeder Weltkrieg es jemals wird sein können, denn die Existenz unserer gesamten Art steht auf Messers Schneide.

Dass Sofeten dies ignorieren, sich weiterhin als Anti-Vorbild in die Sonne* knallen und blind für eine Zukunft sind, in der auch sie sterben werden, mag der tragische Aspekt dieses Epos sein im letzten Kapitel der Menschheitsgeschichte. Denn die Klimakatastrophe wird nicht so bleiben, wie sie gerade ist (und bereits das ist unerträglich), sondern wir stehen erst am Beginn und haben soeben den einen entscheidenden Schritt getätigt, der uns von der kühlen, windigen Klippe hinabstürzen wird in einen endlosen Schlund des klimatischen Grauens und an dessen Boden der Styx auf uns wartet.
Charon wird sich freuen und vermutlich von seinem bekannten Floß umsatteln müssen auf einen Industrietanker, um all die Leichen über den Fluss zu karren, die bald seiner harren werden.

Wenn wir wirklich klug sind, verwenden wir für zukünftige Hochs die Bezeichnungen apokalyptischer Gottheiten aus dem legendären „Necronomicon“ wie z. B. Shub-Niggurath oder Yog-Sothot oder Cthuga, Mutter der Hitze*.




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