Gündogan und di Santo beantragen Hartz IV

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Wer hat Mitleid angesichts der Notlage bei Gündogan und di Santo? © shutterstock.com
Wer hat Mitleid angesichts der Notlage bei Gündogan und di Santo? © shutterstock.com

Das Schicksal von Ilkay Gündogan und Franco di Santo rührt ganz Deutschland zu Tränen. Beide Spieler wollten ihre Vereine verlassen, um endlich der Armut zu entfliehen und hielten ihre Vereine monatelang hin.

Ilkay Gündogan wollte doch nur, was recht und billig ist – Millionen wie Messi und Ronaldo verdienen. Immerhin zeigt ihm sein Selbstbild, dass er mindestens so gut wie Messi und mindestens genauso arrogant wie Ronaldo ist. Da liegt der Schluss doch nahe, dass er ebenso viel erhalten soll wie die beiden. Immerhin hat Aristoteles in der Antike in der ersten Schrift zum Geld („Nikomachische Ethik“) kundgetan: Geld ist ein Mittel der Gerechtigkeit, damit jeder bekommt, was er in der Gesellschaft verdient.

Der Deutsch-Türke bittet um Verständnis: Man habe als Fußballspieler so viele Kosten, an die das Nichtfußballproletariat überhaupt nicht denkt. Die Freundin will mit Diamanten versorgt sein, die Altersvorsorge im Maledivenpalast kostet Unsummen, die Dienerschaft aus mehreren Dutzend Lakaien ist steuerlich nicht absetzbar, obwohl man ohne sie nicht auskommt.

Unterstützung von Marie Antoinette und Tebartz-van Elst

Hätte Verständnis für Gündogan gehabt: Marie Antoinette, Königin von Frankreich
Hätte Verständnis für Gündogan gehabt: Marie Antoinette, Königin von Frankreich.

Auch andere moralische Vorbilder der Weltgeschichte wie Ludwig XIV. von Frankreich und Marie „Das Volk hat Hunger? Soll es Kuchen essen“ Antoinette würden in Tränen des Mitgefühls ausbrechen, würden sie heute Zeugen der unfassbaren Demütigung Gündogans werden.
So soll Gündogan nun erwogen haben, Hartz IV zu beantragen, um den von Gott/Allah/[setzen sie hier eine metaphysische Entität ihrer Wahl ein] befohlenen Lebensstil aufrecht erhalten zu können.

Apropos Gott: Ein gewisser Tebartz von Elst bestärkte in einer Pressemeldung aus dem Vatikan Gündogans Existenzpläne, machte dem Fußballer mit dem Gold in den Füßen aber keine große Hoffnung. Auch er habe einst angesichts einiger kurzfristiger Geldprobleme beim Bau eines Barockpalastes Unterstützung beantragt, wurde jedoch brüsk abgewiesen. Ein Skandal, der durch die Presse ging.

Auch noch nach Tagen lassen einen die Bilder nicht los, wie Gündogan notgedrungen und tränenüberströmt mit zitternden Händen die Unterschrift unter einem neuen Vertrag beim kohlestaubgeschwärzten Ruhrpottverein Borussia Dortmund* setzen musste anstatt beim standesgemäßen marmorglänzenden Real Madrid.
Letztlich muss man Gündogan auch verstehen, schließlich verbindet er schmerzliche Erinnerungen an die Gelb-Schwarzen, als sie ihm bei einer schweren Rückenverletzung beistanden, die beinahe sein Karriere-Aus bedeutet hätte. Daran erinnert zu werden, muss eine furchtbare Belastung für die zarte Seele dieses verhinderten Messi sein. Solche seelischen Kausalitäten enden oft tragisch in der Hartz IV-Falle.

Und Borussia Dortmund*? Dortmund ist ganz gewiss zufrieden, einen Fussballspieler für die Welt unter Mühen und Kosten geheilt zu haben, sodass sie die Aufschiebung der Trennung und das Bemuttern dieses begnadeten Fussballers als große Ehre ansehen werden, während weiterhin nur die spärlichen Millionen fließen, die soeben ausreichen, um das Hartz IV-Budget Gündogans aufrecht zu erhalten.

Trotz Armut ein Vorbild für deutsche Integrationspolitik

Mitgefühl aus Rom: Ex-Bischof Tebartz-van Elst. © <a href="https://www.flickr.com/photos/41251841@N08/7823977618" target="_blank" rel="noopener">Christliches Medienmagazin pro auf www.flickr.com</a>, Lizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/" target="_blank" rel="noopener">CC BY-SA 2.0</a>
Mitgefühl aus Rom: Ex-Bischof Tebartz-van Elst. © Christliches Medienmagazin pro auf www.flickr.com, Lizenz: CC BY-SA 2.0

Der bekannte Werbespot, bei dem Ilkay Gündogan das Wort „Diskriminierung“ auf eine Glasscheibe malt und bis auf das „nie“ in der Mitte alle restlichen Buchstaben durchstreicht, stellte sich übrigens als ein Missverständnis heraus. Er war davon ausgegangen, es handle sich um einen Deutschtest, in dem er seine orthografisch korrekten Deutschkenntnisse unter Beweis stellen sollte. Das funktionierte in zwei Dutzend Versuchen nicht. Erst als man auf dem für TV-Zuschauer unsichtbaren Prompter die für Gündogan sichtbaren Fragen „Bescheidenheit? Demut? Treue? Echte Liebe?“ einblendete und ihn aufforderte aus dem „Diskriminierung“ die richtige Antwort zu extrahieren, klappte der Werbespot auf Anhieb.

Die Bemühungen um Integration haben am Ende dennoch gefruchtet: Die Gesellschaft für deutsche Sprache wird vermutlich einen nach Gündogan benannten, neuen Begriff aufnehmen. „Gündogram“ wird künftig die Verbitterung genannt, wenn jemand beispielsweise beim Lottogewinn 20 Millionen Euro in Tränen ausbricht, weil er nicht 40 Millionen gewann.

Auch Franco di Santo, ein Bruder Gündogans im Geiste, mühte sich redlich, endlich einen Verein zu finden, der seiner Qualitäten würdig war. Zu seinem großen Erstaunen meldeten sich „große Vereine“, wie er bekundete, während es ihm nicht gelang die Briefköpfe mit den Aufschriften „SV Nottuln“ und „SG Großkrotzerich“ zu verbergen.

Anderer Name, gleiches Bild: Auch hier bekannte sich di Santo zu Werder Bremen*, obwohl ihm der Fischgeruch stank. Dieser allein war maßgeblich für seine Leistungssteigerung, denn nichts motiviert mehr als der Drang vor etwas Fauligem zu fliehen.
Die Bremer, die di Santo unterstützt hatten, werden nun wohl doch wieder auf die Dienste des Argentiniers zurückgreifen können, auch wenn di Santo einige Wochen benötigte, um Werder Bremen* gegenüber dem SV Nottuln und der SG Großkotzerich sein Ja-Wort zu geben.

Die tragischen Geschichten dieser beiden missverstandenen Sportler sollte uns allen zu denken geben und zu der Erkenntnis führen, dass in unserer gesunden und gerechten Gesellschaft solche Vorbilder nicht fallen gelassen werden, sondern weiter mit den ihnen zustehenden Millionen unterstützt werden. Immerhin üben sie einen Beruf aus, der lebenswichtig für jeden einzelnen von uns ist!




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