Geis ist von Schalke fasziniert

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Johannes Geis und seine "Faszination" für Schalke.

Der hoch gehandelte Mainzer Jungstar Johannes Geis (21) ist, von vielen Vereinen aus dem In- und Ausland umworben, zum FC Schalke* 04 gewechselt. Er sei „von Schalke fasziniert“.

Mit diesem Adjektiv belegt man gewöhnlich Personen oder Handlungen, die in ihrer Abartigkeit so extrem sind, dass sie bereits wieder Interesse wecken, dem Anblick eines Autounfalls nicht unähnlich. Erinnern wir uns an einen gewissen Mr. Spock, der dieses Wort penetranterweise immer genau dann verwendete, wenn sich Menschen wie Idioten verhielten.

Blicken wir zurück auf die ruhmreiche jüngere Geschichte des FC Schalke* 04. Faszinierende Momente:
Verpasste Meisterschaften. In letzter Sekunde den Titel zu verpassen, schafft nur der FC Schalke* und daraus eine offizielle Pflicht zur „Leidensgemeinschaft“ zu formulieren, ebenso oder wie es die Konkurrenten umschreiben „Meisterschale? Nur anschauen, nicht anfassen!“ Titelgeil ist Johannes Geis also nicht. Faszinierend.

Keine positiven Schwingungen: Schalke-Fan in typischer Gesinnungshaltung.
Keine positiven Schwingungen: Schalke-Fan in typischer Gesinnungshaltung.

Geis kommt in eine Mannschaft, die in der abgelaufenen Saison so blutleer und leidenschaftslos spielte, dass sich die eigenen Fans mit dem Rücken zum Spielfeld aufstellten und ihre (dann nicht mehr) Idole als Versager und schlimmeres titulierten. Welcher Fußballspieler will sich nicht solch einer Extremsituation stellen und seinen Willen und sein Selbstbewusstsein daran messen? Faszinierend.

Geis ist offenbar keine Lusche. Unterstützung, Vertrauen und ein stabiles Umfeld scheinen ihm unwichtig zu sein. Denn auf Schalke ist es üblich, Fußballer und Trainer als Heilsbringer zu holen (Boateng, di Matteo) und dann anschließend gnadenlos zu rasieren. Faszinierend.

Da kann man nur hoffen, dass der neue Schalker Leidenstrainer André Breitenreiter von Johannes Geis ebenso fasziniert ist wie Geis von Schalke. Und dass die Fans beide faszinierend finden.
Wir wünschen allen neuen Leidensgenossen beim FC Schalke* 04 viel Glück für die neue Saison, damit man im Mai 2016 vielleicht doch einmal im positiven Sinne wird sagen können: Es war eine enttäuschende, weil wenig faszinierende Saison. Glück auf.




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