Die 10 dämlichsten Kommentare von Sommerfetischisten

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Der Dummheit von Sommerfetischisten begegnet man überall und stets weiß man nicht, ob man lachen oder weinen soll ...; © Michael auf flickr.com, Lizenz: CC BY 2.0
Der Dummheit von Sommerfetischisten begegnet man überall und stets weiß man nicht, ob man lachen oder weinen soll ...; © Michael auf flickr.com, Lizenz: CC BY 2.0

Wie wir alle leidgeprüft wissen, gehören Sommerfetischisten eher zum intellektuellen Bodensatz der Bevölkerung (andere sind Hitzeliebhaber die aufgrund ihrer Bildung Fähigkeiten zur Toleranz und Reflexion besitzen und subjektive Vorlieben und objektive Wahrheit unterscheiden können und sich von Sommerfetischisten – Sofeten – unterscheiden).

Kennzeichen dieser Spezies ist auch ein psychisch gestörtes Trollverhalten. Statt sich um seinesgleichen zu kümmern und sich über Hitzerekorde im Death Valley zu unterhalten oder eher vom Niveau her über Geschlechtsverkehroverflow* bei 40 Grad oder einfach eine Hitze-Website zum Austausch zu programmieren (dafür fehlt womöglich die Intelligenz) und Andersdenkende zu tolerieren, trollen sie lieber herum und greifen jeden ungefragt an, der über Verantwortung und normales Temperaturempfinden verfügt und in einer Zeit der unmöglichen Klimakatastrophe Sommer und Hitze aufgrund der objektiven Gefahren und der Entwicklung verteufelt.

Die Mischung aus Bauernschläue und RTL-Niveau fördert dabei Entgegnungen zutage, deren häufigste ich einmal auflisten möchte. Man trifft sie auch oft im Alltag an.

1. Dann wander doch aus!
Wer über keinerlei Reflektionsvermögen verfügt und Andersdenkende nicht verstehen will und kann, greift gerne zur affektiven Bevormundung.

Dank Zwangsabgabe von Sommerfetischisten bald möglich: Endlich Auswandern in die Kühle!; © <a target="https://www.flickr.com/photos/kongharald/4498794059">Harald Groven auf www.flickr.com</a>, Lizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/" target="_blank" rel="noopener">CC BY-SA 2.0</a>
Dank Zwangsabgabe von Sommerfetischisten bald möglich: Endlich Auswandern in die Kühle!; © Harald Groven auf www.flickr.com, Lizenz: CC BY-SA 2.0

In diesem Fall wird uns ein Auswandern geraten. Eigentlich sind wir darauf bereits seit Jahren gekommen, allerdings fehlt meist das Geld*. Ich schlage daher eine Steuer vor, die per Zwangsabgabe für jeden Sommerfetischisten geregelt wird, sodass sich die normalen Menschen alle in Skandinavien wiederfinden und mitansehen, wie Sommerfetischisten irgendwo südlich von Nordrhein-Westfalen eine Mauer bauen, um ihr Wüstenland zu schützen.
Sie bauen es besser aus Keramik – das ist hitzeresistenter. Wenn die Klimakatastrophe in einigen Jahren alles Leben in dieser Todeszone des Südens erledigt haben sollte (tragisch!), könnte man das desertifizierte Gebiet immer noch als Müllabladeplatz nutzen.

2. Lern erstmal frieren!
Diese ungewollte inverse Logik legt uns nahe, dass wir erst einmal das Frieren lernen sollen, um zu begreifen, wie sich Sommerfetischisten bei 30 Grad fühlen, geschweige denn in der Todeszone darunter, die zu spontaner Schockfrostung führt.

Einfach wie Atmen: Sie hat frieren gelernt!
Einfach wie Atmen: Sie hat frieren gelernt!

Leider verstehen Sommerfetischisten nicht, dass wir Frieren sehr gerne empfinden. Dieser wohlige Schauer, wenn im Winter bei geöffnetem Fenster mal kein 20-Grad-Hauch durch das Schlafzimmer weht, sondern skandinavienflüsternde 5 Grad. Dann strecken wir unser „Kühlbein“, das immer außerhalb der Bettdecke liegt, noch ein Stück weiter dem Fenster entgegen, um einen Kuss der Frostgötter zu erhaschen und genießen das zarte Frösteln, einer Liebkosung der Asen* gleich.
Der Punkt ist: 5 Grad sind in der Klimakatastrophe so selten wie ein Sommerfetischist mit akademischem Titel. Frieren würden wir so gerne wieder lernen, aber mit der Sofetensteuer (siehe Punkt 1) und dem Auswandern aus der deutschen Gluthölle wird es vielleicht wieder möglich sein.

3. Genieß‘ doch die Sonne*!
Der sommerfetischistische Imperativ! Im Gegensatz zu Kants kategorischen Imperativ ist die Aufforderung jedoch kein allgemeingültiges Gesetz des Handelns, sondern eine Aufforderung zum Selbstmord und daher ebenso sinnvoll.
Das „Genieß‘ doch die Folter!“ eines SM-süchtigen Serienkillers an sein Opfer und „Arbeit macht frei!“ aus einer jüngst vergangenen Geschichtsepoche sind verwandte Aufforderungen zu selbstzerstörerischem und sinnentleertem Handeln.
Wir könnten natürlich entgegnen im (seltenen!) Winter: „Genieß‘ doch Schnee und Eis!“, aber wir wissen, dass die eigentlich selbstverständliche Aufforderung des Eintauchens in eine Welt der weißen, kalten Wunder auf taube Ohren stößt und unsere Ethik dies verbietet. Außerdem fällt es wirklich schwer, all die Ketten* vorher zu lösen, mit denen sich Sommerfetischisten an die glühende Heizung gekettet haben, um nicht den Tod durch Schockfrostung außerhalb der 29 Grad glühenden Wohnung zu erleiden.

4. Der Winter kommt früh genug!
Man könnte meinen, es handle sich hier um einen satirischen Aphorismus im Sinne von „so sinnvoll wie ein Sofet in Island“ mit der Aussage, dass ein herrlicher Kaltwinter schon seit Jahren überfällig ist.

Typisches Dezemberbild in Tropendeutschland: Familienvater auf der Suche nach einem Weihnachtsbaum zum Selbstschlagen.
Typisches Dezemberbild in Tropendeutschland: Familienvater auf der Suche nach einem Weihnachtsbaum zum Selbstschlagen.

Weit gefehlt! Die Sommerfetischisten meinen dies tatsächlich ernst. Es handelt sich hier um ein klassisches Missverständnis. „Winter“ in der Klimakatastrophe meint jeden Tag mit einer Maximaltemperatur unter 30 Grad.
Weist man Sofeten darauf hin, dass ein echter Winter mindestens 0 Grad Celsius aufweist und erst bei -10 Grad und einer vorher gelegten 50 cm-Schneedecke wirklich interessant wird und den Namen „Winter“ verdient, erfolgt oft ein Schock, der zu gefährlichen Nebenwirkungen führen kann. Obacht also, wenn Sie einem Sofeten die schonungslose Wahrheit einfach unbedarft an den überhitzten fäkalienbraunen Kopf werfen!

5. Es gibt keine Klimakatastrophe sagen EIKE, KALTE SONNE* u.a.
Es gibt sogar Sommerfetischisten, die sich trotz fehlender akademischer Ausbildung für Intellektuelle halten!
Doch, wirklich.

Sportjournalisten haben es nicht leicht, die Saison vorbereitend zu analysieren ...
My brain hurts: Manche stehen bei höherem Denken vor unüberwindbaren Hürden

Diese neigen dazu, Klimalügnerseiten wie EIKE und Kalte Sonne* meist mit einem Wust zusammenhangloser Namen und Fachbegriffe zu zitieren, die sie selbst nicht verstehen in dem Kindersandkastenversuch ihr vom Freund gestohlenes Eimerchen mit dubiosen Darminhalten um jeden Preis zu verteidigen.
Mein Rat: Halten Sie sich nicht damit auf, wissenschaftliche Methodik begreiflich zu machen, denn eine Stubenfliege würde ihren Vortrag über aristotelische Deduktion auch nicht mit überbordendem Interesse und Verständnis verfolgen. Ignorieren Sie den esoterischen Wahnsinn, die Zeit und die Realität wird der beste Lehrmeister sein!

6. Durch Kälte sterben mehr Menschen als durch Hitze!
Verzweifelt bemühen Sommerfetischisten alle möglichen Vergleiche, um zu beweisen, dass durch Kälte mehr Menschen sterben als durch Hitze im vergeblichen Versuch, Kälte und Hitze umzukehren.
Die Fakten (70.000 Hitzetoten im Sommer 2003 in Europa stehen 4 Kältetote beim Kalsarikännit, das unplanmäßig nach draußen verlegt wurde, in Finnland gegenüber) werden natürlich ignoriert.
Meist erfolgt dann der Rückgriff auf frühere Zeiten: „In der Steinzeit starben die Menschen durch Kälte“. Das stimmt sogar, denn es herrschte eine wundervolle Eiszeit. Allerdings war das Leben auf Kante genäht und der Supermarkt des endenden Pleistozäns (und nicht „Steinzeit“) waren Mammuts*, die ihre Steaks nicht freiwillig hergaben. Somit waren Tode nicht durch Kälte bedingt, sondern eher durch andere Faktoren. Aber der Rückgriff auf die „Steinzeit“ muss nicht verwundern, da sich die Spezies des Sommerfetischisten „Homo sofensis“ mit vermutlich gänzlich anders gearteten Genen seit dieser Zeit nicht mehr weiterentwickelt hat. Als das Holozän und die Erwärmung kam, bestand das Hobby der arbeitsfreien Zeit im sinnentleerten Braten in der Sonne*, die plötzlich viel wärmer schien. Über Jahrtausende sank bis heute dadurch im gleichen Maße der IQ, wie die Hautkrebsrate und die Degeneration des mittlerweile nur rosinenförmigen Gehirns anstieg.

7. Ihr verdammten Ökoterroristen mit eurer Klimaanlage
Mit diesen charmanten Worten möchten die Sommerfetischisten uns vorwerfen, dass Klimaanlagen* zum Treibhauseffekt beitragen. Obwohl die Sommerfetischisten dies ja eigentlich unterstützen müssten, soll der heuchlerische Vorwurf uns wohl in unserer Ehre treffen und uns als Opportunisten abstempeln.
Tatsächlich ist es so, dass heutige Klimaanlagen mit einem ökologischen Kältemittel (R290) betrieben werden, dass keine Treibhausgase emittiert. Und der Stromverbrauch liegt niedrig. Stellt man dem den Heizungswahnsinn eines Sommerfetischisten gegenüber, der glaubt, 12 Monate im Jahr 22 bis 26 Grad in der Wohnung haben zu müssen statt angenehme 19 Grad, so ergibt sich ein zusätzlicher CO2-Rucksack von satten 10.400 kg für ein Einfamilienhaus. Ein normaler Mensch spart hier die Hälfte ein, also 5.200 kg. Die 1000 kg CO2 durch Stromverbrauch einer Klimaanlage für 3 Monate (die man meist gar nicht nutzt) fallen da kaum ins Gewicht.
Wer ist also hier der Heuchler, hm?

Frustrierte "Welcher Sommer?"-Frau bei viel zu kühlen 35 Grad.
Frustrierte „Welcher Sommer?“-Frau bei viel zu kühlen 35 Grad.

8. Welcher Sommer?
Mit dieser pseudolustigen Entgegnung, über die nur Menschen lachen können, deren neuronaler Humorlappen operativ entfernt oder irreparabel beschädigt worden ist, möchte der betreffende Sommerfetischist anmerken, dass es bisher ja nur 20 Tage mit 30 Grad im Monat gab und die Natur es wagte, tatsächlich Regen fallen zu lassen und damit das Verdorren der Pflanzen und Felder unverschämterweise verhinderte!
Eine korrekte Empfehlung wäre hier einen Industrieofen zu kaufen, diesen auf Maximum zu stellen und sich hineinzubegeben, um das gewünschte Klima* zu erreichen. Man könnte auch eine Auswanderung in die Sahara, Dasht-e-Lut, Gobiwüste oder Atacama vorschlagen, aber so tief wollen wir ja nicht sinken, oder? (siehe Punkt 1).

9. Hoch Michaela, wir alle lieben dich!
So und ähnlich lauten die ekstatischen Jubelrufe von Sommerfetischisten, wenn ein Hoch wie Michaela 2003 zu 70.000 Hitzeopfern führt.
In hitzediktatorischer Schieflage wird das „wir alle“ zum drohenden Aufruf, unter Gewaltandrohung zuzustimmen oder die Zustimmung aller normalen Menschen gleich vorauszusetzen.
Eine vergleichbare Situation, einem lebensgefährlichen Hoch mit Terrorhitze zuzujubeln, wäre vielleicht dem Boston-Bomber zuzujubeln „Drück den roten Knopf, wir lieben dich!“ oder Massenmörder Anders Breyvik* auf der Utoya-Insel zuzurufen „Da hinten ist noch einer! Wir lieben dich!“.
Die Italiener, hitzeleidgeprüft, benennen hingegen die Hochs (und nur die) nach Monstren und Dämonen aus der Sagenwelt und beweisen damit einen ästhetischen wie auch konsequent zutreffenden Weitblick, denn niemand will ein paralysiertes öffentliches Leben haben und sich in eine geistig inaktive 24-Stunden-Siesta begeben. Manchmal denke ich, Sommerfetischisten bejubeln Terrorhitze-Hochs, weil sich ihre Umgebung unter der unerträglichen Hitze ihrem IQ etwas annähert und sie sich nicht mehr als verblödete Minderheit fühlen.

10. Ihr seid nur eine Minderheit!
Stimmt.

Hochbegabte und Akademiker: Eine unbedeutende Minderheit ... © <a href="https://www.flickr.com/photos/benstephenson/148486190" target="_blank" rel="noopener">Ben Stephenson auf www.flickr.com</a>, Lizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/" target="_blank" rel="noopener">CC BY 2.0</a>
Hochbegabte und Akademiker: Eine unbedeutende Minderheit … © Ben Stephenson auf www.flickr.com, Lizenz: CC BY 2.0

Allerdings wäre es neu, wenn die Masse entscheidend wäre für Meinungen. Denn dann müsste man daraus folgern, dass das „Ja“ auf die Frage „Wollt Ihr den totalen Krieg?“ eines Herrn Goebbels auf einer durchdachten, reflektierten und somit überlegenen Ansicht beruhte und die anschließende Zerstörung Deutschlands beabsichtigt und erwünscht gewesen war.
Oder ganz banal und unhistorisch: Dann müsste man Helene Fischer tatsächlich in einem Atemzug mit Mozart*, Beethoven, Vivaldi, Brahms und anderen stellen statt immer für den Fall der Fälle eine Familienpackung Ohropax mitzuführen, um bleibende Gehirnschäden zu vermeiden.
Mit anderen Worten: Intelligenz ist ein sehr seltenes Produkt. In der Masse bei den Sommerfetischisten findet sie sich leider nur in mikroskopisch geringen Spurenelementen. Die Meinung, dass eine Klimakatastrophe uns nicht etwa alle ausradiert, sondern lediglich ungeachtet klimatologischer Kipppunkte die „Heizung ein bißchen aufdreht“, damit die „Mehrheit“ ihre Hitzeperversion stillen kann, könnte womöglicherweise nicht die entscheidende sein – es sei denn, unsere Extinktion ist der Wille der Evolution und der Narr ist prädestiniert, ein König zu sein.




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