Deutsche Reaktionen auf das 0:1 gegen Mexiko

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Helfen Sie Deutschen! Denn Übelkeit kann eine Folge der 0:1-Niederlage gegen Mexiko sein. © Shutterstock.com.
Helfen Sie Deutschen! Denn Übelkeit kann eine Folge der 0:1-Niederlage gegen Mexiko sein. © Shutterstock.com.

0:1 gegen Mexiko. Ein blutleerer, kraftloser Auftritt der deutschen Mannschaft, Verzeihung, „der Integrierten“ gegen für ihr Land bis aufs Blut kämpfende Mexikaner.
Die Reaktionen in Deutschland fernab wohlfeiler Politiker- und paraphrasenlastiger Bullshitbingo-Aussagen der Spieler sind ein Kaleidoskop von laut bis leise in allen Farben.

Medizinische Symptome: Unwohlsein und Depressionen

Sollte Ihnen nach dem Spiel plötzlich übel sein und sie verspüren das überwältigende Bedürfnis sich zu übergeben: Keine Sorge, das ist nur eine Begleiterscheinung eines ungewohnten Gemütszustandes nach einer Fußballniederlage in Deutschland.

Erschreckender Vergleich der Gesichtsmuskulatur-Morphologie bei einem erfolgreichen Bundesliga-Spieler (links) und nach Beitritt zum HSV (rechts).
In Hamburg erwartet man Symptomfreiheit von aktuell auftretender Niederlagenübelkeit.

Es wird erwartet, dass vor allem in München solche Symptome in den kommenden Tagen vermehrt auftreten, während Hamburg nahezu symptomfrei bleiben wird.

Plötzlich auftretende manische Depressionen können sich als eine ernsthafte psychische Folgeerkrankung entwickeln, insbesondere wenn die deutsche Mannschaft das Vorrundenaus ereilen sollte.
Beugen Sie dem vor, indem Sie aktiv dagegen vorgehen und holländische und italienische Enklaven in Deutschland aufsuchen. Fragen Sie, wie sehr diese sich auf das nächste WM-Spiel ihrer Mannschaft freuen und bauen sie ihr eigenes Selbstbewusstsein an den entgleisenden Gesichtszügen wieder auf. Diese Therapiemethode ist nur für gute Fluchtläufer geeignet!

Wer das Risiko scheut und sich für sinnlose Gewalt nicht zu schade ist, kann seinen Frust an wehrlosen Gegenständen abarbeiten, wie es althergebrachte männliche Tradition ist.

Fernseher-Anomalien

Als um 18:50 Uhr der Schlußpfiff einer demütigen Niederlage ertönte, erklang nahezu zeitgleich ein dumpfes „FUMP!“ in vielen Wohnzimmern, als der Fernsehapparat* implodierend als Frustobjekt herhalten musste. Andere TV-Geräte schienen vor ihrem Ende in Notwehr aus dem Fenster zu springen und segelten in einem bunten Reigen mit Splittern dem Erdboden entgegen. Vor Entsetzen schreiende Frauen sahen sich um ihr Verdummungsboulevardprogramm betrogen und trafen sich weinend auf den Straßen vor den Resten ihres hochgeschätzten Fernsehers*, um sich gegenseitig zu trösten und ihre in der Ehre gekränkten Männer zum Teufel zu wünschen.

Aktuell Gegenstand männlicher Frustverarbeitung in Deutschland: Implodierter Fernseher nach äußerer Gewalteinwirkung. © <a target="_blank" href="https://www.flickr.com/photos/janramroth/1298370325">Jan Ramroth auf flickr.com</a>, Lizenz: <a target="_blank" href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/">CC BY 2.0</a>.
Aktuell Gegenstand männlicher Frustverarbeitung in Deutschland: Implodierter Fernseher nach äußerer Gewalteinwirkung. © Jan Ramroth auf flickr.com, Lizenz: CC BY 2.0.

Krankenwagensirenen ertönten allerorts, da heutzutage nicht selten die TV-Leichtgewichte sich als schwächer herausstellten als mittlerweile einbruchssichere Panzerglasscheiben des trauten Heims und beim versuchten Wurf aus dem Fenster wie ein Bumerang zum wutschnaubenden Werfer zurückkehrten – mit fatalem Ergebnis.
Kurzzeitig kann es in dicht bewohnten Siedlungen durch parallele TV-Implosionen zu Gravitationsanomalien auf den Straßen kommen. Sollten Sie also plötzlich posttraumatische Belastungseffekte wie den Linseneffekt verspüren, bei dem die Welt wie bei einem zurückschnellenden Gummiband auf sie zuschießt und Wackelpeterähnlich wieder zum Stillstand kommt, dann bewahren Sie die Ruhe. Es hat nichts mit der Niederlage gegen Mexiko zu tun, sondern ist lediglich ein zeitweiliger physikalischer Nebeneffekt explodierender Fernsehgeräte.

Es stiegen auch Raketen auf. In linken Vierteln, Antifazentralen und den Parteizentralen der Grünen und von „Die Linke“ feierte man ausgiebig in historisch verbürgter Dolchstoßtradition die symbolische Niederlage einer ganzen verhassten Nation.

Folgen der Niederlage gegen Mexiko: Sombreros werden zum devoten Sexobjekt (die Dame nur für spezielle Charaktere).
Folgen der Niederlage gegen Mexiko: Sombreros werden zum devoten Sexobjekt (die Dame nur für spezielle Charaktere).

In deutschen Betten werden Männer panisch heute Nacht im unpassendsten Moment immer noch auf ihre Armbanduhr schauen und verzweifelt rufen, wie viel Nachspielzeit noch bleibt und die rote Karte ihrer Frau erhalten.
Neue SM-Spielchen* finden Eingang in die Literatur und finden vor allem bei devoten Naturen begeisterte Annahme. Statt „50 Shades of grey*“ ist „50 Sombreros“ nun das ultimative Perversenspielzeug lustfördernder Selbsterniedrigung. Die besagte mexikanische Kopfbedeckung findet plötzlich reißenden Absatz und nur konservative verklemmte Akademiker fragen sich, woran das eigentlich liegt.

Mexikanische Büroveränderungen und Kakteenhass

Morgen wird man zum Wochenstart in den Büros paralysierte Männer erblicken, die mit leerem Blick durch die Arbeitsräume schleichen. Und der Chef wird kritisch anmerken „Ihr arbeitet wie die Deutsche Nationalmannschaft spielt“. Und mit einem Nicken wird rhetorisch noch einmal eine Prise Salz in die schmerzende Wunde gestreut.
Führungskräfte mit der Fähigkeit zu reflektieren wissen, woran es gelegen hat. Sie sehen einen Jogi Löw in der Halbzeitkabine, der sich mit Nivea* eincremt und „Högschte Konzentration“ einfordert. Und dann sehen Sie im Geisteskino im Kontrast einen Jürgen Klopp, der mit pavianrotem Gesicht und Zornesadern am Hals wie Ankertaue seine Spieler wie ein Tyrannosaurus anbrüllt „TÖTET SIE!“. Als sie versuchen, diese Erkenntnis auf ihre Büromitarbeiter umzusetzen, hat die Tasse Blut zum Frühstück jedoch nicht das Ergebnis, dass alle 300% schneller und effektiver sind, sondern nur, dass die Putzkolonne nach einer Brechreizorgie anrücken muss und sich alle krankmelden.

Jürgen Klopp als Antipode zu Jogi Löw bei einer motivierenden Kabinenansprache

Deutschland ist nach dieser beschämenden Niederlage im Ausnahmezustand.
Es wird noch Tage dauern, bis die irrationalen Gewaltanfälle abnehmen werden. Besucher in einem Gartenbaubetrieb werden mit Verständnis reagieren, wenn Männer in einem Ausbruch sinnloser Gewalt auf mexikanische Kakteen* einschlagen und dann weinend zusammenbrechen.

Korrektur zum Artikeltext: Sollten Sie größere Mengen Tequila besitzen, die Sie rituell zur Frustbewältigung verwenden möchten, dann benutzen Sie bitte eine Gefahrenstoffvorrichtung bei Ihren Betriebshöfen vor Ort.
Korrektur zum Artikeltext: Sollten Sie größere Mengen Tequila besitzen, die Sie rituell zur Frustbewältigung verwenden möchten, dann benutzen Sie bitte eine Gefahrenstoffvorrichtung bei Ihren Betriebshöfen vor Ort.

Wer noch Tequila* in seiner eklektischen Alkoholbar auffindet, wird nun die Gelegenheit nutzen, ihn demonstrativ unter höhnischen „Viva Mexico“-Rufen im Abort laut gluckernd zu entsorgen – und sich doch nicht besser fühlen.

Italiener weinen ebenfalls – ein klassischer Habitus in Zeiten nach dem Untergang des Römischen Reichs durch die Germanen und als Nichtteilnehmer bei der WM 2018. Allerdings weinen sie aus Freude und bieten Gratiseis an. Endlich gelten nicht mehr sie als ultimativer Erzfeind und Beschämungsfokus deutschen Fußballs*, sondern Mexiko! In gestenreicher Zwölfarmetechnik umarmen sie trostlos daherwankende Deutsche, die zudem dank Trauerflor an den Tennissocken und Sandalen leicht zu identifizieren sind. Neue Zeiten für deutsch-italienische Freundschaften, die in Vergessenheit geraten sind.

Wir würfeln eine Inspiration aus dem Bullshit-Bingo und vernehmen den Satz „Wir müssen auf den Horizont der Zukunft blicken!“.
Schwedische Wikinger und südkoreanische Kungfuendgegner scheinen an jenem Horizont in Vorfreude düster zu lächeln. Ein Mehrfrontenkrieg droht. Oder die Verteilung der Niederlagenschuld auf mehrere Sündenböcke? Das würde weitere Niederlagen geradezu attraktiv erscheinen lassen.
Oder sollte man gar den Fehler für die Niederlage im eigenen Verhalten suchen?

Bundesjogi Löw weiß als Badener zwar nicht, wie man den furor teutonicus weckt (sagen die Schwaben), aber möglicherweise zeigen ihm die Glückwunschtelegramme der Grünen und Linken, dass es „allerhögschte Zeit“ ist, wieder zu deutschen Tugenden zurückzukehren. Trotz Özil und Gündogan.

Da nur genderfeministische halbintellektuelle Frauen mit pseudoakademischem Doppelnamen ein motivationskastrierendes „Möge der Bessere gewinnen!“ äußern, ohne in Scham zu versinken, rufen wir mit teutonisch-kloppschen Zornesadern am Hals dem wichtigsten Mann Deutschlands während einer WM zu: „TÖTET SIE!“. Möge es helfen und Kräfte freisetzen. Sie werden es brauchen.




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